Dass die Swiss Ice Hockey Federation den Vertrag mit der bald 34jährige Zugerin verlängert, ist allgemein erwartet worden. Dass Diaz einen Vollzeit-Job erhält, darf ohne zu übertreiben als Überraschung gewertet werden. Damit setzt die SIHF zwei Jahre nach dem Gewinn der Bronzemedaille an den Olympischen Spielen von Sotschi (endlich) das um, was in Sotschi versprochen wurde: Eine bessere Postionierung des Frauenhockey und eine Professionalisierung in der Führung. Raffainer verspricht sich vom Engagement der Zugerin viel: «Sie wird nicht nur Headcoach sein, sie wird sich um viele Dinge rund um die Nationalmannschaft und das Frauen-Eishockey allgemein kümmern.» Als Stichworte nennt er unter anderem Off-Ice-Belange, Athletenbetreuung, Scouting und Kontakte zu den Teams der Swiss Women’s Hockey League.

Daniela Diaz hatte das Nationalteam im Dezember 2015, keine vier Monate vor der WM in Kamloops übernommen. Die Schweizerinnen verpassten trotz guten Leistungen das Erreichen der Viertelfinals und damit die direkte Olympia-Qualifikation knapp. Das kurzfristige Ziel ist deshalb klar umrissen: «Wir wollen uns für die Olympischen Spiele 2018 in Pyeonchang qualifizieren», sagt Diaz. Das entscheidende Turnier mit Tschechien, Dänemark und einem Qualifikanten als Gegner findet vom 9. – 12. Februar 2017 in der Schweiz statt. Der Verband hat die Vergabe des Turnieres ausgeschrieben und will dieser Tage über die Bewerbungen entscheiden.

Die Zugerin ist vor einem Monat nach sechs erfolgreichen Jahren als Trainerin des Schweizer Meisters ZSC Lions zurückgetreten. Seit 2010 gewann sie mit dem Lions-Team vier Schweizer Meistertitel, fünf Cupsiege, eine Silbermedaille im mittlerweile eingestellten European Women›s Champions Cup sowie einmal Gold und zweimal Silber am Supercup der European Women Hockey League. Als Nationaltrainerin stellt sie hohe Ansprüche an sich selber: «Ich will das Schweizer Frauen-Eishockey weiterbringen», sagt sie. Dabei schwebt ihr vor, «so viele Spiele der heimischen Meisterschaft wie möglich zu besuchen und den Kontakt mit den Trainern und Clubs zu intensivieren.» Wichtig sei ihr auch eine «intensivere Betreuung der Spielerinnen.»