Das Fussballjahr 2019 ist erst wenige Tage jung. Auf dem Super-League-Rasen ist noch kein einziger Ball gespielt. Und doch setzt YB bereits wieder zum Siegeszug an. Dass Sportchef Christoph Spycher seinen im Sommer auslaufenden Vertrag verlängern wird, ist wichtiger als jeder andere Transfer. Wichtiger auch als die Punkte, die es in den kommenden Wochen zu vergeben gibt.

Natürlich, es gibt im Sport keine Garantie für Erfolg. Aber Spycher steht für den Wandel von YB vom chronischen Versager zur meisterlichen Kraft. Seit Herbst 2016 und seiner Amtsübernahme ist im Verein die nötige Ruhe eingekehrt. Seine klare Linie gab den Erfolgsweg vor. Er mündete in den ersten Titel seit 1987. Auch in dieser Saison ist der Meistertitel von YB quasi Formsache.

Spycher erteilt Fussballverband eine Absage

Spycher erteilt Fussballverband eine Absage

Christoph Spycher, Sportchef der Young Boys, gab am Mittwoch an einer Pressekonferenz bekannt, dass er den «Weg mit YB» weitergehen wolle und damit dem Schweizerischen Fussballverband nicht zur Verfügung stehe. Er habe bei YB ein Umfeld, das kaum besser sein könne und dass er sich damit «in einer Verantwortung sehe, gegenüber vielen Leuten, die viel Herzblut haben und einen unglaublich guten Job machen.»

Und nun geht die gemeinsame Mission noch weiter. Spycher hätte eine sehr lukrative Alternative gehabt. Das Amt als Supermanager des Nationalteams ist reizvoll, der Stress im Vergleich zum hektischen Liga-Alltag überschaubar. Dass sich Spycher für YB entschied, spricht einmal mehr für ihn.

Loyalität war für den 40-Jährigen noch nie ein Fremdwort. Es ist zudem ein Zeichen an die Konkurrenz, vor allem an Basel: Spycher sieht die Aufgabe in Bern noch nicht als vollendet an. Die Berner möchten den FCB langfristig als Nummer 1 der Fussball-Schweiz ablösen. Dafür genügen zwei starke Jahre nicht.

Verlierer der Geschichte ist in erster Linie der Schweizer Fussballverband. Wunschkandidat Spycher steht nicht zur Verfügung. Das ist, nachdem sich schon die ehemalige FCB-Führung Heusler/Heitz selbst aus dem Rennen genommen hat, ein weiterer empfindlicher Rückschlag.