1. Das Blackout vor dem Klassiker

Um 19.44 Uhr herrscht Klarheit: Der Klassiker im St. Jakob-Park kann nicht stattfinden. Das Duell zwischen dem FC Basel und dem FC Zürich ist abgesagt. Wann und ob es überhaupt nachgeholt wird, ist offen.

Das Übel nimmt um 18.24 Uhr seinen Lauf. Plötzlich geht im Stadion gar nichts mehr. Ein plötzlicher Stromausfall legt den St. Jakob-Park lahm. Während die Verantwortlichen des FCB im Hintergrund unter Hochdruck versuchen, das Problem zu beheben, wird die früheste Anstosszeit nach hinten verschoben. Zuerst auf 19.15 Uhr, dann auf 19.25 Uhr. Spätestens aber als um 19.16 Uhr das Stadion erneut komplett in Dunkelheit getaucht wird und nur noch durch Pyros, Handylichter und Werbebanden erleuchtet wird, zeichnet sich die Absage ab, die um 19.44 Uhr schliesslich via Megafon verkündet wird.

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So sah es in Basel aus

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«Wir hätten das Spiel gerne durchgeführt. Aber die Sicht auf dem Platz wäre nicht gewährleistet gewesen. Vor allem für die Linienrichter, die einen Spieler auf der anderen Seite des Feldes allenfalls nicht gesehen hätten», erklärt Schiedsrichter Nikolaj Hänni nach der Absage seinen Entscheid.
Damit ist sein Job getan, der Ball liegt bei der Liga. Diese muss entscheiden, ob das Spiel wiederholt wird oder ob der FC Basel mit einer Forfait-Niederlage bestraft wird. Dies wäre allerdings nur der Fall, sollte dem Verein eine Schuld am Stromausfall nachgewiesen werden können. Bis gestern war die Ursache noch nicht geklärt.

Die Exponenten der Klubs jedenfalls haben unterschiedliche Erklärungsansätze: Während FCB-Trainer Raphael Wicky sich nicht an Spekulationen beteiligen will, aber sagt, «dass ich davon ausgehe, dass es ein Wiederholungsspiel geben wird», sieht man dies beim FCZ anders: «Ich erwarte einen Forfait-Sieg und drei Punkte für uns», macht Sportchef Thomas Bickel deutlich. Klar ist nur, dass ein Entscheid am grünen Tisch für den FCB wohl entscheidend im Meisterduell mit YB wäre. Die gewannen in Lugano 4:2 und haben bereits 14 Punkte Vorsprung.

2. Young Boys nun 14 Punkte vor dem FCB

Wer soll diese Young Boys noch stoppen. Mit dem siebten Pflichtspielsieg in Folge, dem sechsten in der Super League, vergrösserten die Berner ihren Vorsprung auf den spielfreien FCB auf 14 Punkte. Wie das 1:0 gegen Sion eine Woche zuvor, gehörte auch der 4:2-Erfolg in Lugano in die Kategorie «dreckiger Sieg». Die Tessiner besassen einige erstklassige Möglichkeiten, um ein besseres Ergebnis zu erreichen.

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Die Young Boys haben 14 Punkte Vorsprung auf den FCB

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Die Berner schossen auch ohne den geschonten Hoarau durch Nsame, Assalé, Schick und Bertone vier Tore. «Es war ein Arbeitssieg, aber wir haben uns das Glück erarbeitet», sagte Goalie Marco Wölfli.

3. Grünes Licht für den Videobeweis

Der International Football Association Board (IFAB) hat den Videobeweis offiziell ins Regelwerk aufgenommen. Es wird den Verbänden überlassen, ob sie ihn in ihren Wettbewerben einsetzen wollen. Nach Deutschland und Italien werden ihn aber auch Spanien und Frankreich einführen. In England wird er derzeit im Cup getestet und sorgt für hochrote Köpfe. In der Bundesliga dagegen beruhigen sich die Gemüter allmählich. Nun deutet sogar alles darauf hin, dass der Videobeweis in Russland erstmals auch bei der Fifa-WM zum Zuge kommt. Die Uefa dagegen wartet in der Champions League noch zu.

4. Gavranovic trifft für Dinamo Zagreb

Im Januar hat in Kroatien Mario Gavranovic von Meister HNK Rijeka zum Rekordchampion Dinamo Zagreb gewechselt und damit grosse Chancen, erneut Meister zu werden. Die Mannschaft aus der Hauptstadt liegt neun Punkte vor Hajduk Split und hat noch ein Spiel in der Hinterhand. Gavranovic hat sich bei Dinamo auf Anhieb einen Stammplatz gesichert und war am Sonntag im dritten Spiel erstmals Torschütze und Matchwinner. Sein Treffer in der 50. Minute bedeutete den 1:0-Sieg gegen Slaven Belupo. Weil Haris Seferovic bei Benfica Lissabon offenbar keine Rolle mehr spielt, steigen Gavranovics Nati-Chancen.

5. Davide Astoris Tod schockt Italien

Italien trauert um Davide Astori. Der 31-jährige Captain der AC Fiorentina war am Sonntag vor dem Spiel bei Udinese tot in seinem Hotelzimmer aufgefunden worden. Man geht von Herzversagen, einem plötzlichen Herzstillstand im Schlaf, aus. Der Verteidiger hinterlässt eine Frau und eine erst vor zwei Wochen auf die Welt gekommene Tochter.

Astori war 14-facher Nationalspieler, letztmals war er im Herbst 2017 für die Squadra Azzurra aufgelaufen. Er genoss in Italien einen ausgezeichneten Ruf als seriöser Profi und erfreute sich überall grosser Beliebtheit. Die Liga sagte alle Sonntagsspiele ab.