Die Zeit sei reif für eine Veränderung, sagte FCB-Präsident Bernhard Heusler gestern. Zum Wohle des Vereins, der in den letzten Wochen und Monaten zwar sportlich sehr erfolgreich war, aber trotzdem zunehmend für kritische Töne unter den Fans sorgte.

Von Entfremdung war die Rede, mangelnder Identifizierung. Immer häufiger und immer zahlreicher waren die leeren Sitze von Saisonabonnenten. Die Auftritte in der Champions League wirkten der Identitätskrise auch nicht entgegen. Sang- und klanglos schieden die Basler aus. Noch hinter Ludogorets Rasgrad. Keine schlechte Mannschaft, aber auch keine unlösbare Aufgabe.

Höchstwahrscheinlich soll es nun im Sommer zum grossen Wechsel an der Spitze des FCB kommen. Bernhard Heusler und Sportdirektor Georg Heitz treten ab, Bernhard Burgener und Marco Streller sollen übernehmen.

Für das kongeniale Duo Heusler/Heitz ist es der perfekte Zeitpunkt für den Abgang. Zusammen werden sie diesen Sommer den achten Titel in Serie feiern, den sechsten in ihren jeweiligen Funktionen als Präsident und Sportdirektor. In all den Jahren ist aus dem FC Basel ein Unternehmen mit einem jährlichen Umsatz von 100 Millionen Franken geworden. Der Verein ist finanziell abgesichert. Also alles wunderbar?

Der FCB steht an einer Weggabelung. Bernhard Heusler hat recht, wenn er sagt, dass es da manchmal mehr braucht als eine Retusche. Zum Glück für den FCB und den Schweizer Fussball hat man eine Basler Lösung gefunden. Gerüchten zufolge soll auch Red Bull die Fühler nach dem Serienmeister ausgestreckt haben.

Heusler und Heitz aber wären wohl bei jeder anderen als der jetzigen Lösung standhaft geblieben. Burgener und Streller werden zwar neu auf ihren jeweiligen Positionen sein, aber die Fähigkeiten dazu bringen sie mit. Ein Glücksfall für alle? Nicht ganz. Für Trainer Urs Fischer dürfte es das Ende sein. Die neue Führung wird mit grösster Wahrscheinlichkeit auch einen neuen Trainer einsetzen. Da gibts kein Pardon.