Mit dem Final der Darts-Weltmeisterschaft vom 1. Januar geht eine Ära zu Ende. Es ist das letzte Turnier, das Phil Taylor, der erfolgreichste Dartsspieler aller Zeiten, als Profi bestreitet. Die Darts-Welt steht vor dem Verlust einer Ikone.

Doch auch in der ungleich kleineren Schweizer Darts-Szene bahnt sich ein schmerzhafter Verlust an. Thomas Junghans, derzeit bester Schweizer, wird nicht mehr unter eidgenössischer Flagge antreten dürfen. Zumindest nicht auf PDC-Niveau. Denn der grösste Darts-Verband, unter dessen Obhut auch die WM im Ally Pally stattfindet, hat seine Regularien geändert. So wird es Spielern aus Kontinentaleuropa künftig vermeintlich einfacher fallen, sich für die grossen PDC-Events zu qualifizieren, da sie in einer Weltgruppe um Startplätze kämpfen, die von den britischen Akteuren getrennt ist.

Damit steigen die Chancen, dass ein Schweizer Dartsspieler dereinst im nationalen TV zu sehen sein könnte. Denn TV24 überträgt ab heute Samstag erstmals ein Darts-Turnier live. Der Sender zeigt ab 20 Uhr die Halbfinals der PDC-WM.

Der Start für Deutschland

Die Änderung hat aus Schweizer Sicht aber einen bitteren Beigeschmack. Die neuen Regeln besagen, dass Spieler auf PDC-Niveau nicht mehr nach Wohnort, sondern nach Nationalität antreten müssen. Thomas Junghans ist deutscher Staatsbürger. Da er seit acht Jahren in Spreitenbach im Kanton Aargau lebt, war für ihn aber immer klar, dass er für die Schweiz antritt. Nun wird er dies nicht mehr tun dürfen. Junghans, dem die besten Chancen aller Spieler aus der Schweiz zugerechnet werden, sich für ein PDC-Event zu qualifizieren, muss für Deutschland antreten. Ob er den Schweizer Pass beantragen wird, ist offen.

An Turnieren des WDF-Verbandes, wo Junghans zuletzt am World Cup in Japan mit dem Team den sensationellen dritten Rang errungen hatte und im Einzel bis in den Achtelfinal vorgestossen war, darf er aber nach wie vor als Schweizer starten. Junghans sagt: «Wenn die Regeln es erlauben, dann möchte ich natürlich weiterhin sehr gerne für die Schweiz zur Verfügung stehen. Ich lebe und arbeite hier, warum sollte ich dann auf einmal wieder unter der deutschen Flagge spielen, wenn es auch unter der Schweizer geht?»