FC Lugano

Fabio Celestini und Lugano – das funktioniert. Angelo Renzetti, Präsident der Luganesi, präsentierte den Ex-Internationalen Celestini letzten Herbst als Wunschlösung auf der Trainerposition. Spätestens jetzt weiss man, warum dem so ist. Anfänglich war Lugano noch schwankend, aber seit Jahresbeginn sind die Tessiner so konstant wie kaum ein anderes Team. Nur gegen Thun zum Rückrundenauftakt und YB setzte es für Celestinis Team eine Niederlage ab. Die Form stimmt. Das Restprogramm (siehe Box) verschont Lugano vor YB und FCB.

Prognose: So sonnig das Tessin, so gut siehts für Lugano aus. Gewitterwolken werden keine mehr aufziehen. Rang 3

FC Luzern

Thomas Häberli trainiert Luzern seit dem 21. Februar, die Bilanz ist ausgeglichen: vier Siege, drei Unentschieden und vier Niederlagen. Er hat den Punkteschnitt mit 1,36 gegenüber Vorgänger René Weiler (1,19) leicht anheben können. In den verbleibenden zwei Heimspielen gegen GC und den FCZ hat Häberli die Chance, mit Siegen die Barrage abzuwenden und sich für eine Verlängerung des auslaufenden Vertrags zu empfehlen. Zu Hause hat der FCL einiges gutzumachen, total 11 Pflichtspielniederlagen stehen zu Buche (Weiler 7, Häberli inklusive des Cup-Halbfinals gegen Thun 4).

Prognose: Siege in den letzten beiden Heimspielen, während auswärts gegen FCB und YB nichts zu holen ist. Rang 4

FC Thun

Thun hat alle überrascht diese Saison. Platz 3 zum Schluss der Vorrunde, dabei schlitterten die Berner Oberländer letzte Saison noch am Abstieg vorbei. Gut organisierte Defensive, schnelle und überraschende Angriffe – alles lief wie am Schnürchen. Bis sich Captain Dennis Hediger verletzte (Kreuzbandriss gegen YB). Mittlerweile sind die Thuner in der Liga seit elf Spielen oder dem 3:1-Sieg gegen St. Gallen Mitte Februar ohne Sieg. Das einzige Positiv-Erlebnis? Der Einzug in den Cupfinal gegen den FC Luzern. Letztes Wochenende rutschten sie erstmals von Platz 3 ab. Die Talfahrt wird weitergehen.

Prognose: Der Cupfinal wird Energien freisetzen und die Thuner können die Saison noch retten. Rang 5

Neuchâtel Xamax FCS

Als Stéphane Henchoz Xamax im Februar übernahm, lagen die Neuenburger abgeschlagen auf dem letzten Platz. Seit 13 Runden steht der ehemalige Verteidiger der Nationalmannschaft nun an der Linie beim Aufsteiger, 1,77 Punkte haben sie gemeinsam geholt, Xamax ist die drittbeste Mannschaft der Rückrunde. Obwohl sie im kommenden Spiel gegen den FC Zürich auf Oldie-Star Raphaël Nuzzolo verzichten müssen, setzen die Neuenburger ihren Lauf fort und werden den Liga-Erhalt schaffen, ohne die Barrage zu durchleiden.

Prognose: Eine stabilisierte Defensive und der überragende Nuzzolo reichen Xamax für den Ligaerhalt. Rang 6

FC St. Gallen

Das Projekt unter dem neuen Trainer Peter Zeidler hatte sich gut angelassen. Nach der sechsten Runde belegten die St. Galler den zweiten Rang. Allerdings fehlte die Konstanz. Zudem ging die Taktik von Zeidler mit einer offensiven Ausrichtung mit hohem Pressing und Gegenpressing nicht mehr so auf wie zu Beginn. St. Gallen kassierte zu viele Tore und traf zu wenig – das 1:0 bei den Grasshoppers am Samstag war erst der vierte Sieg in der zweiten Saisonhälfte.

Prognose: Auf Tranquillo Barnetta ist Verlass. In seiner letzten Saison führt er seinen Klub zum Ligaerhalt. Rang 7

FC Sion

Präsident Christian Constantin war lange begeistert von Murat Yakin, den er im September 2018 als Trainer eingestellt hatte und mit einem Vertrag bis 2021 ausstattete. Doch seit Sonntag ist alles wieder anders. Constantin sagt, das habe weniger mit dem 0:4 gegen YB zu tun als mit dem Umstand, dass «Yakin das Team im Stich» gelassen habe. Mehr als einmal hätten Yakin und der Trainerstab vor einem Spiel nicht im Teamhotel übernachtet. Hinzu kommt die sportliche Baisse: Nach fünf sieglosen Partien in Serie und zuletzt drei Niederlagen ist Sion dem Barrage-Rang gefährlich nahe gekommen.

Prognose: Der FC Sion ist sich Unruhe gewohnt. Zudem spricht das Restprogramm für die Walliser. Rang 8

FC Zürich

Mit 12 Punkten ist der FC Zürich mit Thun das zweitschlechteste Team der Rückrunde (siehe Bild unten). Das ist erstaunlich. Denn im Oktober 2018 setzte der FCZ noch ein Ausrufezeichen, als er in der Europa League Leverkusen mit 3:2 bezwang. Doch die Zürcher sind aus der Balance geraten: Die schweren Verletzungen von Adrian Winter und Hekuran Kryeziu hinterliessen Spuren. Andere Akteure stagnierten. Die Formkurve spricht nicht für die Zürcher. Von den vergangenen acht Super-League-Partien haben sie fünf verloren.

Prognose: Der FC Zürich macht die Zürcher Krise komplett und muss in die Barrage. Rang 9