So hatte sich das Headcoach Chris Bartolone mit Sicherheit nicht vorgestellt. Als er am Donnerstagabend in Füssen (De) das Matchblatt für das Testspiel des EHC Olten gegen die Dornbirn Bulldogs ausfüllte, da blieben gleich mehrere Zeilen frei. Lediglich zwei Goalies, fünf Verteidiger und neun Stürmer figurierten schliesslich in der Aufstellung.

Abwesend waren: Matthias Mischler, Anthony Rouiller, Joachim Vodoz, Silvan Wyss, Jewgeni Schirjajew, Marco Truttmann, Luca Zanatta, Cédric Schneuwly, Alban Rexha, Chris Bagnoud und Simon Lüthi. Von diesen elf Spielern mussten deren vier krankheitshalber forfait geben: Mischler, Vodoz, Wyss und Rouiller. Sie alle klagten am Donnerstagmorgen nach einer schlaflosen Nacht über Magenprobleme. Sie hatten offensichtlich irgendwo einen «Käfer» erwischt, der in den Reihen der Oltner munter sein Unwesen trieb. Es betraf nämlich nicht nur Spieler, sondern auch Mitglieder des Staffs. Immerhin: Nach einem Tag Leidenszeit waren alle Betroffenen wieder einsatzbereit (dafür zwei andere Spieler krank), weshalb der Trainingsbetrieb kaum in Mitleidenschaft geriet.

Sandro Wehrli als dritter Goalie

Goalie Simon Rytz hatte schon am Montag in Olten an denselben Symptomen gelitten, weshalb der Ursprung dieses «Käferfests» kaum in Füssen zu finden ist. Wegen Rytz’ Ausfall wurde übrigens mit Sandro Wehrli vom 1. Ligisten Argovia Stars ein dritter Torhüter ins Allgäu beordert. Der 21-Jährige kam im letzten Drittel gegen Dornbirn zum Einsatz und kassierte bei der 3:6-Niederlage vier Gegentore.

Aber nicht nur dieses unerwünschte Krankheits-Intermezzo bereitet den sportlichen Verantwortlichen des EHC Olten dieser Tage Kopfzerbrechen. Der Blick auf die verletzungsbedingte Absenzenliste verheisst derzeit nichts Gutes. Sieben Spieler fehlten gegen Dornbirn, weil sie mehr oder weniger körperlich angeschlagen sind. Der Grossteil wird nur von kleineren Blessuren geplagt. Cédric Schneuwly ist nach seiner Hüftoperation weiterhin rekonvaleszent, seinem Comeback-Fahrplan aber mehrere Wochen voraus. Sorgen bereitet EHCO-Sportchef Marc Grieder deshalb derzeit vor allem eine Personalie: Verteidiger Luca Zanatta. Der 27-Jährige laboriert seit einem Monat an einer hartnäckigen Unterkörper-Verletzung. Grieder hofft nun, dass er von den Ärzten bald Klarheit darüber erhält, wie der Zeithorizont beim Italo-Schweizer in etwa aussieht.

Die dünne Verteidiger-Decke

Acht Mann plus der zuletzt als Defensivmann eingesetzte, gelernte Stürmer, Stéphane Heughebaert – das ist, wenn alle Spieler gesund sind, genug. Wie bedrohlich dünn die Verteidigerdecke bei den Oltnern aber werden kann, hat sich in den ersten Wochen der noch jungen Saison gezeigt. Grieder hält bezüglich einer weiteren, personellen Verstärkung der Verteidigungsreihen deshalb weiterhin die Augen offen. Aber: einerseits sind die finanziellen Möglichkeiten eingeschränkt, andererseits ist der Markt ausgetrocknet. Denkbar ist, dass der eine oder andere Spieler von Partnerteam Basel/KLH die Möglichkeit erhält, sich temporär eine Stufe höher zu bewähren. Ein realistisches Szenario ist aber auch, dass Chris Bartolone, analog zur NHL, regelmässig nur sechs Verteidiger einsetzt.