WM 1992 in Bratislava/Prag:

Die Coachs der Schweizer Eishockeynationalmannschaft Bill Gilligan, Mitte, und John Slettvoll, rechts, am 7. Mai 1992 im Viertelfinal-Spiel an der Eishockey-WM in Prag im Einsatz an der Bande.

Die Coachs der Schweizer Eishockeynationalmannschaft Bill Gilligan, Mitte, und John Slettvoll, rechts, am 7. Mai 1992 im Viertelfinal-Spiel an der Eishockey-WM in Prag im Einsatz an der Bande.

Zwei Jahre nach dem Wiederaufstieg in die A-Gruppe deutete im Vorfeld der WM nichts auf ein erfolgreiches Turnier hin. Nach einem enttäuschenden Olympia-Turnier in Albertville (11.) wurde Nationaltrainer Juhani Tamminen entlassen. In einer Hau-Ruck-Aktion engagierte der Schweizer Verband den eben bei Lugano entlassenen John Slettvoll als Cheftrainer und SCB-Meistertrainer Bill Gilligan als Assistenten. Die Basis zur ersten Top-4-Klassierung seit 1953 legten die Schweizer in der Gruppenphase mit den ersten Punktgewinnen an einer WM gegen Russland (2:2) und Kanada (1:1).

Im Viertelfinal trafen die Schweizer in Prag auf Deutschland, das in der anderen Gruppe noch besser abgeschnitten hatte. Dank Toren von Mario Brodmann, Felix Hollenstein und Roberto Triulzi gewann die Schweiz 3:1.

In den Medaillenspielen zollten die Schweizer den Anstrengungen Tribut; im Halbfinal gegen Schweden (1:4) und im Spiel um Platz 3 gegen die damalige Tschechoslowakei (2:5) blieb die Schweizer Equipe chancenlos. Ein Jahr später stieg die Schweiz, diesmal mit Gilligan als Chef und Slettvoll als Assistent, in München wieder in die B-Gruppe ab.

Schweizer Aufstellung im WM-Viertelfinal 1992 gegen Deutschland (3:1): Tosio; Honegger, Kessler; Bertaggia, Balmer; Leuenberger, Sutter; Hollenstein, Lüthi, Brodmann; Antisin, Weber, Eberle; Triulzi, Montandon, Fair. Ersatz: Pavoni, Celio, Rottaris. 

WM 1998 in Zürich/Basel:

WM 1998: Schwedens Stürmer Mikael Renberg im Kampf um die Scheibe gegen Mark Streit (rechts) und Torhüter David Aebischer.

WM 1998: Schwedens Stürmer Mikael Renberg im Kampf um die Scheibe gegen Mark Streit (rechts) und Torhüter David Aebischer.

1997 schloss die Schweiz die B-WM im bescheidenen 3. Rang ab. Auf die Titelkämpfe 1998 in der Schweiz stockte die IIHF die A-Gruppe von acht auf zwölf Teams auf; der Gastgeber war neu zudem automatisch gesetzt. So durfte die Schweiz im Gegensatz zu 1990 in Bern am Heimturnier starten.

In den sechs Partien der Vor- und Zwischenrunde reichten der Schweiz zum Auftakt der 13-jährigen Ära Ralph Krueger ein Remis gegen die Slowakei (1:1), ein 5:1 gegen Frankreich sowie der erste Sieg an einer WM gegen Russland (4:2) zum Einzug in den Halbfinal.

Speziell war vor allem der Sieg gegen Frankreich zum Abschluss der Vorrunde im Zürcher Hallenstadion: Mit einem 3:1 wären die Schweizer in die Abstiegsrunde verwiesen worden. Marcel Jenni sicherte der Schweiz mit dem 4:1 (57.) den Klassenerhalt.

Weil aber die Franzosen für das Vermeiden der Abstiegsrunde einen Treffer benötigten, nahmen sie den Torhüter für einen sechsten Feldspieler raus. Das 5:1 ins leere Tor (60.) - erneut durch Jenni - war gleichbedeutend mit dem Weiterkommen in die Zwischenrunde (mit zwei Vierergruppen). In den Medaillenspielen scheiterte die Schweiz erneut gegen Schweden (1:4 und 2:7 in der Best-of-2-Halbfinalserie) und Tschechien (0:4 im Bronze-Spiel).

Schweizer Aufstellung beim 5:1 gegen Frankreich: Aebischer; Rauch, Sutter; Kessler, Streit; Steinegger, Seger; Rüthemann, Reto von Arx, Jeannin; Baldi, Plüss, Jaks; Micheli, Zeiter, Patrick Fischer; Jenni, Crameri, Antisin. Ersatzgoalie: Pavoni.

WM 2013 in Stockholm:

Mit geringen Erwartungen reiste das Nationalteam 2013 an die WM nach Stockholm. Knapp drei Wochen später kehrte es mit Silber triumphal zurück. Unter Cheftrainer Sean Simpson und dem aktuellen Trainer Patrick Fischer als Assistent schrieb die Schweiz ihre Eishockey-Geschichtsbücher um. Neun Siege reihte die Mannschaft um Turnier-MVP Roman Josi aneinander, erst im Final wurde sie (einmal mehr) von Schweden gestoppt (1:5). Das Team begeisterte mit seinen grandiosen Auftritten, löste eine Euphorie aus und errang einen der bedeutendsten Erfolge im Schweizer Mannschaftssport.

Nachdem sie in den Viertelfinals Tschechien 2:1 besiegt hatten, lieferten die Schweizer im Halbfinal ihr Meisterstück ab. Mit 3:0 bezwang die Schweizer Auswahl die USA nach einem nahezu perfekten Spiel. Nino Niederreiter, Julian Walker und Reto Suri (ins leere Tor) schossen die Treffer im vielleicht besten Spiel einer Schweizer Mannschaft aller Zeiten.

Mit Josi und Niederreiter sowie Raphael Diaz, Simon Moser und Torhüter Reto Berra sind 2018 fünf Mitglieder des damaligen Silberteams wieder mit dabei.

Schweizer Aufstellung im WM-Halbfinal 2013 gegen die USA (3:0): Berra; Seger, Julien Vauclair; Diaz, Josi; Blum, Von Gunten; Blindenbacher, Furrer; Niederreiter, Martin Plüss, Moser; Walker, Trachsler, Bieber; Suri, Gardner, Ambühl; Bodenmann, Cunti, Hollenstein.