Bei einer Fragerunde mit seinen Anhängern bestätigt Stan Wawrinka am Mittwochmorgen in Madrid, dass er nicht beim Laver Cup antreten wird, der vom 20. bis 22. September in Genf ausgetragen wird. Stattdessen bestreitet der Romand das zeitgleich stattfindende ATP250-Turnier in St. Petersburg. Für die Nomination ist die Weltrangliste am Montag vor den French Open massgebend, die drei besten pro Kontinentalauswahl qualifizieren sich fix. 

Drei weitere Plätze vergeben die Teamcaptains, Björn Borg für Europa und John McEnroe beim Team Welt. Weil Wawrinka derzeit nur auf Position 34 geführt wird, wäre er auf eine Einladung des Schweden angewiesen gewesen. Als dreifacher Grand-Slam-Sieger und Einheimischer galt Wawrinka als logische Wahl. Der 34-Jährige soll sich auch intensiv um eine Teilnahme bemüht haben, allerdings scheiterten die Verhandlungen an unterschiedlichen Vorstellungen.

So funktioniert der Laver Cup

Tiefe Antrittsgage für Wawrinka

«Es ist eine Schande, dass wir uns nicht gefunden haben», zitiert der «Tages-Anzeiger» den Manager von Wawrinka, Lawrence Frankopan von der Agentur StarWing Sports. «Stan wollte in Genf spielen, es hätte für ihn Sinn gemacht und er bemühte sich darum.» Er führt fehlende Flexibilität der Veranstalter des Laver Cups an. Das von Roger Federers Agentur Team8 organisierte Turnier bezahlt Antrittsgagen, die sich nach ihrer Weltranglistenposition richten.

Laver Cup - Federer und Borg begeistern die Genfer

Laver Cup - Federer und Borg begeistern die Genfer

Roger Federer und Björn Borg lancieren in Genf die dritte Ausgabe des Laver Cups, die im September stattfindet. Nötig ist dies nicht: Die Tickets sind innert Stunden ausverkauft. Fast 1000 Fans waren am Freitagmittag zum Palais Eynard, der Repräsentationshaus der Genfer Stadtregierung gepilgert. Geduldig warteten sie in der Genfer Altstadt, ehe sich Federer und die schwedische Legende Björn Borg auf dem Balkon zeigten. Anschliessend nahm sich Federer viel Zeit für Autogrammwünsche.

Frankopan lege Wert darauf, dass eine Teilnahme des Romands nicht ausschliesslich an Geldfragen gescheitert sei, liess aber durchblicken, dass er das Angebot von Steve Zacks, der für den Laver Cup die Verhandlungen geführt habe für nicht angemessen hält. Demnach empfand Wawrinka das Angebot als Mangel an Respekt, zumal zwar besser klassierte Spieler, die aber noch nie die Halbfinals eines Grand Slams erreicht haben, besser entschädigt würden.

Beziehung zu Federer ungetrübt

Es ist nicht das erste Mal, dass es rund um eine Veranstaltung in der Schweiz Unstimmigkeiten gibt. 2018 spielte er beim Heimturnier in Genf ohne Vertrag, obschon ihn die Veranstalter mit ihrem tiefen Angebot brüskiert hatten. Wawrinka sagte: «Ich habe von Anfang an gespürt, dass ich nicht willkommen bin.» In diesem Jahr ist der zweifache Genf-Sieger beim Turnier vor seiner Haustür nicht gemeldet. In Gstaad trat Wawrinka letztmals 2013 an.

So ist es wahrscheinlich, dass Wawrinka in diesem Jahr nur einmal wettkampfmässig in der Schweiz antreten wird: Bei den Swiss Indoors Basel, wo er 2006 und 2011 die Halbfinals erreicht hatte. Betreffend Laver Cup legt sein Manager Lawrence Frankopan Wert darauf, dass die Beziehung zwischen Wawrinka und Roger Federer von den gescheiterten Verhandlungen nicht getrübt würden. «Diese Beziehung ist gut und für Stan auch sehr wichtig.»