Es ist ein Riesen-Hammer: Raphael Wicky ist als Trainer des FC Basel entlassen. Per sofort. Weil die Spiele gegen St. Gallen und Paok der Leitung gezeigt hätten, dass Konsequenzen unumgänglich seien und man eine professionelle Entscheidung im Sinne des FCB habe treffen müssen. So erklärt der Verein den Entscheid in seinem Communiqué. 

Nur: Dieser Entscheid ist nicht professionell, sondern voreilig. Dass die beiden Niederlagen und die Vorbereitungsspiele schlecht waren, ist diskussionslos. Dabei aber die komplette Schuld auf Wicky zu schieben, zeigt, wie blank die Nerven bei der Vereinsführung um Marco Streller und Bernhard Burgener liegen. Es ist schlicht ein Entscheid gegen das schwächste Glied in der Kette. 

Wicky hatte ein Kader zur Verfügung, das seit seinem Antritt als Cheftrainer kontinuierlich schwächer geworden ist. Die Verkäufe von Vaclik, Elyounoussi und Lang waren der Gipfel eines Ausverkaufs, der dem Trainer deutlich missfiel. Die Qualität und die Breite sind gesunken, nur die Ziele sind gleich geblieben. Realität und Anspruch haben sich immer weiter entfernt. 

Noch am Mittwoch sprach sich Wicky für Verstärkungen aus. Seine Unzufriedenheit war deutlich. Die unterschiedlichen Vorstellungen von ihm und Streller haben zum Bruch geführt. Noch vor einem Jahr galt Wicky als Traumlösung für das neue Konzept. Jetzt fliegt er als erstes. Dies ausgerechnet nach der Niederlage gegen Paok zu tun, ist fragwürdig. Es zeugt von Panik und einem Kurzschluss. Gründe für diesen Entscheid liefert der FCB nicht. 

Stattdessen ist seine Kommunikation eine Bankrotterklärung. Auskunft gibt es erst nach dem Spiel gegen Xamax am Samstag. Die Vorschau-Pressekonferenz wurde abgesagt. Ebenfalls eine  Medienrunde am Montag. Die Trainings sind per sofort geschlossen. Zeichen von Unsicherheit. Und Schwäche. In solchen Momenten muss ein Präsident hinstehen. Aber er verkriecht sich wie alle anderen Exponenten auch. 

Es ist erschreckend, wie instabil sich der FCB präsentiert. Das Gesicht des neuen Konzeptes zu entlassen, ist nicht mutig. Es ist der letzte Versuch, dieses mit Erfolg zu verknüpfen. Vor allem auf nationaler Ebene. Funktioniert dies nicht, verliert Streller nicht nur bald sein Standing, sondern womöglich als nächster seinen Job. Jetzt hat er das Messer am Hals.