1. Xamax nun neun Punkte vor GC

Man kann getrost davon ausgehen, dass der eine oder andere Klubpräsident aus der Super League den Tag verflucht, an dem er zugestimmt hat, die Barrage wieder einzuführen. Seit dem gestrigen Ostermontag können sich nämlich lediglich YB, der FC Basel sowie (höchstwahrscheinlich) der FC Thun gewiss sein, in der kommenden Saison noch der höchsten Spielklasse anzugehören.

Mit dem hart erkämpften 1:0-Sieg über die Young Boys hat das auf dem Barrageplatz liegende Xamax den Anschluss an eine Gruppe von fünf Mannschaften geschafft. Lugano (4.), Sion (5.) und Luzern (6.) liegen nur noch fünf Punkte vor dem Aufsteiger, St. Gallen noch vier und der krisengeschüttelte FC Zürich gar nur noch zwei. Sie alle müssen angesichts der Formstärke der Neuenburger damit rechnen, noch in die Barrage verwiesen zu werden.

Für Rekordmeister GC gibt es nach dem fünften Unentschieden in Folge (1:1 gegen Thun) und neun Punkten Rückstand auf den Barrageplatz vermutlich keine Chance mehr, den ersten Abstieg seit 70 Jahren noch abzuwenden. Selbst wenn sie den letzten Strohhalm ergreifen sollten und am Samstag bei Xamax gewinnen, würde fünf Runden vor Schluss ein Sechspunkterückstand noch immer eine grosse Hypothek darstellen.

Denn unter Henchoz hat Xamax in elf Partien 19 Punkte geholt. «Wir haben mit viel Herz gespielt und alles gegeben», sagte der 44-jährige Trainer, der am Ende der Saison gleichwohl gehen muss. Für das entscheidende Tor vor ausverkauftem Haus hatte Joker Kemal Ademi nach 73 Minuten gesorgt. Es war erst die zweite Saisonniederlage des Meisters, die erste auswärts.

2. Trainer Seoane bleibt YB erhalten

In den vergangenen Tagen hatte es immer wieder Gerüchte gegeben, YB-Meistertrainer Gerardo Seoane werde von ausländischen Klubs wie Hertha BSC umworben. Gestern bestätigte Seoane zwar, dass es mehrere Anfragen gebe, sagte aber auch: «Ich werde bei YB bleiben. Ich habe einen super Arbeitgeber und nehme die super Herausforderung an, hier weiterzuarbeiten.» Im Sommer werden einige Spieler den Klub verlassen. Wie Kevin Mbabu, der wegen seiner Transfergespräche mit Wolfsburg gegen Xamax nur auf der Tribüne sass. Und mit ansehen musste, wie YB erstmals nach 60 Spielen kein Tor schoss.

3. Ronaldo bleibt, wenn es Verstärkungen gibt

Die Enttäuschung war gross, als Juventus in der Champions League gegen Ajax ausschied. Schliesslich hatte der Klub 117 Millionen Euro für Ronaldo hingeblättert, um erstmals seit 1996 die Königsklasse zu gewinnen. Der Portugiese schoss zwar die erwarteten Tore, doch die Mitspieler waren nicht auf seiner Höhe. Nach dem Gewinn des 35. Meistertitels, dem achten in Folge, sagte Ronaldo zwar, er bleibe zu 1000 Prozent in Turin, gemäss Medien aber nur, wenn sich die Juve massiv verstärkt. Etwa mit Liverpools Salah. In Frankreich gab derweil am Tag, als der PSG Meister wurde, Neymar sein Comeback.

4. Endspurt in der Premier League

Morgen schaut ganz Liverpool nach Manchester. Dort kommt es zum Stadtderby. Dieses Nachtragsspiel ist im Titelrennen die grosse Hoffnung der Reds. Seit dem 2:0-Sieg in Cardiff am Sonntag – Xherdan Shaqiri sass nur auf der Ersatzbank – sind sie zwar wieder Leader mit zwei Punkten Vorsprung, aber eben: Gewinnt Manchester City in Old Trafford gegen die United, können die Skyblues drei Runden vor Schluss weiter aus eigener Kraft Meister werden. Liverpool spielt noch gegen Huddersfield (h), Newcastle (a) und Wolverhampton (h). Die City gegen Burnley (a), Leicester (h) und Brighton (a).

5. Zakarias Szene, Schmidts Triumph

In der Bundesliga zählt der Leipziger Timo Werner zu den schnellsten Stürmern. Am Samstag aber zeigte Denis Zakaria, dass es sogar noch schnellere Spieler gibt. Die Szene, wie er den allein Richtung Tor von Mönchengladbach sprintenden Werner ablief, war aus Schweizer Sicht ein Highlight des Osterwochenendes. Wie natürlich auch das 6:0 von Trainer Martin Schmidt mit dem FC Augsburg gegen Stuttgart. Der VfB entliess danach Trainer Markus Weinzierl und setzt nun im Abstiegskampf auf U19-Coach Nico Willig. An der Tabellenspitze siegten die Bayern und der BVB, der weiter einen Punkt zurückliegt.

6. FCZ-Legende Karl Grob gestorben

Von 1967 bis 1987 hütete Karl Grob das Tor des FC Zürich. Obwohl er für diese Position mit nur 1,73 Metern Körpergrösse nicht gerade ein Gardemass besass, machte er eine grossartige Karriere und wurde fünf Mal Meister und vier Mal Cupsieger. Er war bekannt für seine aussergewöhnliche Sprungkraft und seine tollen Reflexe. Mit 708 Pflichtspielen ist der Küsnachter der Rekordspieler des FC Zürich. Seine Laufbahn beendete er mit einer Spielzeit beim FC Biel. Sieben Mal lief er für die Schweizer Nationalmannschaft auf. Im Alter von 72 Jahren ist Grob nach einem Organversagen im Triemlispital in Zürich gestorben.