Der zusammengewürfelte FC St. Gallen gab dem FC Basel in dessen Stadion gleich mal eins aufs Dach, Aufsteiger Xamax verhagelte dem neuen Luzerner Trainer Weiler den Einstand, und in Bern wurde nach dem krassen Fehler von Schiedsrichter Bieri bereits am ersten Spieltag der Ruf nach dem Videobeweis laut.

Was auffällt: Keine der fünf Partien endete unentschieden und keine der fünf Mannschaften, die einen Startsieg errangen, tat dies souverän. Jedes Spiel hätte genauso gut einen anderen Sieger haben können. Ob Wicky (FCB), Schneider (Thun), Jacobacci (Sion), Fink (GC) oder Weiler (Luzern): Alle Trainer der Verlierer haderten damit, dass ihre Teams im Abschluss gesündigt hätten. Die Sieger dagegen lobten die Effizienz ihrer Stürmer. Als ob nicht in erster Linie das Abschlussglück genannt werden müsste.

Der Fussballgott schlägt gegen Constantin zurück

Richtig rund zur Sache gegangen ist es wieder einmal in Sion. Und dies schon lange vor Spielbeginn, als Präsident Christian Constantin den Reportern des «Nouvelliste» die Akkreditierung verweigerte, weil dessen Chefredaktor die Frechheit hat, bisweilen kritisch über den FC Sion zu berichten. Constantins Verhalten ist – einmal mehr – nicht tolerierbar und müsste auch vom Verband geahndet werden. Doch wie devot dieser gegenüber dem Walliser Sonnenkönig auftritt, hat der Skandal Constantin/Fringer aus der vergangenen Saison gezeigt.

Immerhin hat der Fussballgott nicht lange gefackelt und die Sittener schon nach vier Minuten mit einem brutalen Gegentor bestraft. Zum Leidwesen von Jacobacci und des jungen Goalies Maisonnial, der den Befreiungsschlag von Mihailovic aus über 80 Metern falsch einschätzte und ins Tor passieren liess.

Super League, 2018/19, 1. Runde, FC Basel – FC St. Gallen, 1:2 Vincent Sierro

Nicht gut aus den Startlöchern gekommen sind auch jene Protagonisten der Liga, welche dem St. Galler Aufbauer Sierro das 2:1-Siegtor in Basel zuschanzten. Natürlich lenkte dieser ungewollt den Ball mit dem Rücken noch etwas ab, doch das Tor gehört fraglos dem Schützen Aratore. Alles andere ist derart fussballfremd, dass nur Kopfschütteln bleibt.