Auf dem Sofa Meister zu werden, ist alles andere als prickelnd. Ausser man heisst Leicester City und erlebt dies zum allerersten Mal in der Vereinsgeschichte – und wohl auch zum letzten Mal. Beim FC Basel trifft Letzteres wohl kaum zu, und Ersteres sowieso nicht. Denn die Basler werden in diesem Jahr bereits zum achten Mal in Folge Meister.

Vielleicht sogar schon an diesem Sonntag. Gewinnen die Basler nämlich am Samstag gegen Vaduz und lässt YB einen Tag später gegen Lugano Punkte liegen, dann steht der 20. Meistertitel in der Clubhistorie des FCB fest. An einem Tag also, an dem die Basler selber gar nicht spielen.

Aus diesem Grund hat sich der Verein auch entschieden, auf eine «spontane» Meisterfeier an diesem Sonntag zu verzichten. «Der FCB hat nach Rücksprache mit Vertretern von Fans und Anhängern entschieden, dass die Mannschaft an einem spielfreien Tag nicht öffentlich auftritt», so der Club in seiner Mitteilung.

Zum einen, weil «ein Tag, an dem das Resultat auf einem fremden Platz den FCB vorzeitig zum Meister macht, nicht der richtige Rahmen für eine spontane Feier des 20. Meistertitels der Clubgeschichte ist.» Zum anderen aber auch, weil man für die offizielle Meisterfeier etwas Spezielles plant: wie die bz bereits gestern schrieb, wird diese nämlich keine nächtliche Party im Anschluss an das letzte Spiel am Freitagabend, wie dies in vergangenen Jahren stets der Fall war. Sondern dieses Mal wird die Meisterparty zum einem Familienfest am Tag darauf, dem 3. Juni.

Dies bestätigte der FC Basel am Donnerstag offiziell und bat seine Fans, «den Samstag ab dem späteren Nachmittag dick in der Agenda einzutragen.» Die rotblaue Feier, wie der FCB seinen Anlass nennt, soll «gross und besonders» werden.

Idee existiert schon seit Jahren

Die Idee für einen solchen Anlass habe es schon seit ein paar Jahren gegeben, wie FCB-Mediensprecherin Andrea Roth sagt. «Bislang hat es organisatorisch aber nie gepasst. Beispielsweise spielten wir schon an einem Mittwochabend das letzte Spiel der Saison, und dann wäre der Samstag zu weit weg gewesen. In diesem Jahr würde es sich anbieten.»

Dass es auch noch mit dem Erreichen des historischen zweiten Sterns und dem Abschied der aktuellen Vereinsführung um Bernhard Heusler und Georg Heitz zusammenfällt, sei natürlich ein Glücksfall und mit ein Grund, dass man die Pläne nun umsetze.

Pfingstmontag keine Option 

Durch die Neuterminierung dieses gleich mehrfach speziellen Anlasses gibt es auch für Familien und Kinder wieder einmal die Möglichkeit, teilzunehmen, was zuletzt kaum der Fall war. Dieser Wunsch habe ebenfalls in den Überlegungen mitgespielt, als die Idee einer Feier an einem Nachmittag erstmals aufkam. Dass man sich für den Pfingstsamstag und nicht den Pfingstmontag entschieden habe, hat simple Gründe: am Montag müssen einige Spieler schon wieder bei ihren Nationalmannschaften sein.

Wie konkret die Pläne für die samstägliche Feier aussehen, konnte der FCB noch nicht sagen. «Die genauen Details werden von einer Arbeitsgruppe bestehend aus Mitgliedern der Stadt, der Behörden sowie des FC Basel festgelegt», sagt Roth.

Dass die Planung noch nicht weiter ist, hänge damit zusammen, dass man nicht bereits vor Monaten habe anfangen können, zu planen. «Wir konnten nicht damit rechnen, wie sich die Punktesituation zu diesem frühen Zeitpunkt präsentiert.»

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Spontane Feier nächsten Freitag?

Ein Treffen aller Parteien, das in der nächsten Woche stattfinden wird, soll Klarheit schaffen. «Dann wird der FC Basel als Veranstalter dieser Feier informieren, was geplant ist. Wir von Seiten des Kantons werden unseren Teil dazu beitragen, dass diese Meisterfeier erfolgreich durchgeführt werden kann», sagt Marcel Meier, Leiter Fachstelle Grossevents des Kantons Basel-Stadt.

Für jene, die trotz der grossen Pläne für den Pfingstsamstag einer «spontanen» Meisterfeier nachtrauern, gibt es noch Hoffnung: Gewinnt YB gegen Lugano und verschiebt somit die Meisterfeier, und der FCB seinerseits gewinnt seine beiden nächsten Spiele gegen Vaduz und Luzern, dann «würde sich die Mannschaft im Anschluss an das Spiel in Luzern an einer allfälligen spontanen Meisterfeier zeigen», wie Roth sagt. Dies darum, weil der FCB dann ohne Rücksicht auf andere Resultate Meister wird und es «dann wieder etwas ganz Anderes wäre. Vielleicht auch von den Emotionen her.»