Ein Sieg beim Gruppendritten hätte dem Team von Martina Voss-Tecklenburg in Mielec für den 1. Platz gereicht. Diesen verpassten die Schweizerinnen im letzten Gruppenspiel nach einer deutlichen Steigerung in der zweiten Halbzeit trotz mehrerer hochkarätiger Chancen. Unter anderem scheiterten Ana Maria Crnogorcevic und Ramona Bachmann freistehend vor dem polnischen Tor. "In der ersten Halbzeit gelang es uns nicht, viele Chancen zu erarbeiten. Das wurde danach besser, aber vor dem Tor hätten wir cooler sein müssen. Das eine oder andere Mal trafen wir die falschen Entscheide", befand Voss-Tecklenburg.

Der Schweiz entglitt der Gruppensieg auch deshalb, weil Schottland gleichzeitig in Albanien 2:1 gewann. Dabei sah es bis vor kurzem noch nach der zweiten souveränen WM-Qualifikations-Kampagne unter Voss-Tecklenburg aus. Vor dem missglückten Finish hatten die Schweizerinnen alle sechs Spiele in der Fünfergruppe gewonnen. Immerhin: Als eine der besten vier Zweiten können sie sich via Barrage noch für die Endrunde im nächsten Sommer qualifizieren. Allerdings gibt es dort nur noch ein Ticket zu holen.

Nochmals mi Voss-Tecklenburg

Die möglichen Gegner in der Barrage sind Belgien, Dänemark und die Niederlande. Vor allem Letztere, im Vorjahr Europameisterinnen am Heimturnier und nun am letzten Spieltag von Norwegen auf Platz 2 verwiesen, stellen eine sehr hohe Hürde dar. Gespielt wird Anfang Oktober (Halbfinals) und Anfang November (Final) im K.o.-System mit Hin- und Rückspiel. Die Auslosung der Halbfinals findet am Freitag statt.

Gecoacht werden die Schweizerinnen dannzumal weiter von Martina Voss-Tecklenburg. Die designierte Nationaltrainerin Deutschlands hat bereits vorgängig erklärt, dass sie der Schweiz bei der allfälligen Zusatzschlaufe zur Verfügung stehen wird. Ihren Trainerjob bei den DFB-Frauen wird die 50-jährige Ex-Internationale aus Nordrhein-Westfalen nun erst per 1. Januar antreten.