1966: Köbi Kuhn, Walter Leimgruber, Leo Eichmann

Am Tag vor dem ersten WM-Spiel gegen Deutschland machen Köbi Kuhn, Walter Leimgruber und Leo Eichmann die Nacht zum Tag. Sie seien von zwei Engländerinnen angesprochen worden und danach zu einer Kneipentour aufgebrochen. Die jungen Frauen werden später auch im Hotel gesichtet. «Natürlich hatten wir unseren Spass», erinnert sich Kuhn später in der «Schweizer Familie», «aber nicht so, wie die Leute denken. Stellen Sie sich vor: Zu fünft waren wir in diesem Mini eingepfercht. Die beiden Frauen vorne, und wir auf dem Rücksitz konnten uns zu dritt kaum bewegen. Es war eine harmlose Chalberei.» Trotzdem werden die drei Festbrüder gesperrt. Die Episode geht als «Nacht von Sheffield» in die Annalen ein. 

Köbi Kuhns Nati-Karriere kennt Höhen und Tiefen.

Köbi Kuhns Nati-Karriere kennt Höhen und Tiefen.

1996: Alain Sutter und Adrian Knup

Als Erfolgstrainer geht der knorrige Portugiese Artur Jorge mit dem markanten Schnauzer nicht in die Geschichte der Schweizer Nati ein, ein Begriff ist er aber noch heute. Grund dafür ist seine harte Hand. Er nominiert mit Alain Sutter und Adrian Knup zwei Spieler nicht für die EM-Endrunde in England, die in der Qualifikation noch Stammspieler waren. Jorge muss nach der Europameisterschaft seinen Hut nehmen. 

Die Meinungen zum Rauswurf von Alain Sutter und Adrian Knup sind schnell gemacht.

Die Meinungen zum Rauswurf von Alain Sutter und Adrian Knup sind schnell gemacht.

2007: Johan Vogel

94 Mal spielte der Mittelfeld-Regisseur für die Schweiz, war unter Köbi Kuhn gar Captain. Wie im Fall von Valon Behrami endet die Karriere im Nationalteam unschön, er teilt ihm die Entscheidung telefonisch mit. Vogel reagiert ungehalten und droht dem Nati-Trainer: «Jetzt steige ich in den Flieger und tätsche dir eins!»

Johan Vogels Nati-Karriere endet mit einem Eklat.

Johan Vogels Nati-Karriere endet mit einem Eklat.

2001: Ciriaco Sforza und Stéphane Chapuisat

Sie waren die ersten grossen Schweizer Stars in der deutschen Bundesliga: Ciriaco Sforza, der bei Bayern München und Kaiserslautern spielte, und Stéphane Chapuisat, der Dortmund verzauberte. Doch Nati-Trainer Köbi Kuhn baut nicht mehr auf sie. Eines Tages fehlen sie einfach im Aufgebot. Die Spieler erfahren es aus den Medien. Chapuisat gibt anderthalb Jahre später ein Comeback und tritt nach der Europameisterschaft 2004 in Portgual zurück.

Ciriaco Sforza und Stéphane Chapuisat werden von Köbi Kuhn aussortiert.

Ciriaco Sforza und Stéphane Chapuisat werden von Köbi Kuhn aussortiert.

2016: Gökhan Inler

Auch Vladimir Petkovic sägt seinen Captain ab, bietet Gökhan Inler nicht für die Europameisterschaft in Frankreich auf. Inler hatte zuvor bei diversen Vereinen kaum mehr gespielt und geriet auch in der Nati immer mehr in Bedrängnis. Petkovic informiert Inler telefonisch. Nach 89 Länderspielen und fünf Jahren als Captain endet Inlers Karriere in der Nationalmannschaft. Es ist für ihn ein echter Karriereknick. 

Wohin führt die Reise? Gökhan Inler ist als Captain des Schweizer Nationalteams entmachtet. Foto: Melanie Duchene/EQ Images

Fünf Jahre war Gökhan Inler Captain der Schweizer Nati.

Wohin führt die Reise? Gökhan Inler ist als Captain des Schweizer Nationalteams entmachtet. Foto: Melanie Duchene/EQ Images