Borussia Dortmund gab die Verpflichtung von Lucien Favre als Cheftrainer bekannt. Der Romand, zuletzt Coach bei Nice in der Ligue 1 tätig, unterzeichnete mit dem BVB einen Vertrag bis zum 30. Juni 2020.

Am vergangenen Samstag nach dem letzten Saisonspiel von Nice bei Olympique Lyon hatte Favre seinen Abschied aus Frankreich bekannt gegeben. Dass der 60-Jährige in die Bundesliga zurückkehren und künftig Borussia Dortmund trainieren würde, galt bereits zu jenem Zeitpunkt als sicher.

"Die Verpflichtung von Lucien Favre als Trainer ist ein wichtiger Teil unseres sportlichen Neustarts in diesem Sommer", sagte Dortmunds Sportdirektor Michael Zorc. "Er geniesst bei uns hohe Wertschätzung für seine fachlichen Qualitäten."

Jetzt ist es fix: Lucien Favre ist neuer Dortmund-Trainer

Trotz der in extremis geschafften Qualifikation für die Champions League blickt Dortmund auf eine enttäuschende Saison zurück. Sowohl der Niederländer Peter Bosz als auch dessen Nachfolger, der Österreicher Peter Stöger, brachten die Borussia nicht in die Spur. In der Champions League resultierten aus sechs Gruppenspielen lediglich zwei Punkte (zwei Remis gegen APOEL Nikosia), in der Europa League war im Achtelfinal die Hürde Salzburg zu hoch.

In der Meisterschaft wies Dortmund Mitte Oktober fünf Punkte Vorsprung auf Bayern München auf - am Ende betrug der Rückstand auf den Serienmeister 29 Zähler. Beim Dortmunder Anhang sorgten jedoch nicht nur die enttäuschenden Resultate für Unmut, sondern auch die Tatsache, dass von der einst attraktiven Spielweise (unter Jürgen Klopp und Thomas Tuchel) zuletzt wenig bis nichts zu erkennen war.

Dortmund ist für Favre die dritte Station in der Bundesliga nach Hertha Berlin (2007 bis 2009) und Borussia Mönchengladbach (2011 bis 2015). Den OGC Nice führte der Waadtländer, der 2006 und 2007 mit dem FC Zürich Schweizer Meister geworden war, im ersten Jahr auf Platz 3 und damit in die Champions-League-Playoffs. Die zu Ende gegangene Saison schloss Favre mit den Südfranzosen im 8. Rang ab - am Ende fehlte nach einem schlechten Saisonstart nur ein Punkt zur erneuten Europacup-Teilnahme.

Vor seinem Engagement in Frankreich war es Favre bereits in Berlin und in Mönchengladbach gelungen, ein Team deutlich weiter nach vorne zu bringen, als es das Budget und die Qualität des jeweiligen Kaders erwarten liessen. Die Hertha führte er 2008/09 in die Top 4, mit Mönchengladbach wurde er Vierter (2012) und Dritter (2015).

Bei Borussia Dortmund, wo mit den Goalies Roman Bürki und Marwin Hitz sowie dem Verteidiger Manuel Akanji drei Schweizer unter Vertrag stehen, werden die Erwartungen und die mediale Aufmerksamkeit allerdings ungleich höher sein als bei seinen vorherigen Stationen im Ausland. Die Qualifikation für die Champions League gilt beim BVB als Pflicht, Bayern München soll im Kampf um den Meistertitel so rasch wie möglich wieder ernsthaft herausgefordert werden.