Tobias: Mehr als 70 Minuten, bis der mal nen Geistesblitz hat.

Pius: So wahnsinnig geistreich war Thomas Müllers kompromissloser Kung-Fu-Tritt gegen den Hinterkopf von Ajax-Spieler Tagliafico nun auch nicht.

Tobias: Die Spur stimmt. Das Zitat stammt tatsächlich aus dem Hause Müller, aber von Thomas’ Frau Lisa. Und es zielte auf Trainer Niko Kovac. Lisa Müller twitterte es, als ihr Thomas beim FC Bayern München wieder einmal nur Ersatz war und erst nach 70 Minuten eingewechselt wurde.

François: Es wäre trotzdem spannend, zu wissen, was der Frau Müller am Mittwoch durch den Kopf ging, als sie sah, wie das Bein ihres Thomas für einen Moment der höchste Punkt Hollands war.

Flavio: Mein Überflieger!

Pius: Mit Müller fliegen und trotzdem zu Hause bleiben.

Tobias: Müller verleiht Flügel.

David: Wer wird denn gleich in die Luft gehen?

François: Jede Fluglinie hat Ziele: Müller Air hat einen Antrieb.

Pius: Fussball kann ihre Gesundheit gefährden.

François: Oder: Gesundheit kommt nicht von selbst. Eine offene Wunde am Hinterkopf auch nicht.

David: Wo wir schon beim Fliegen sind: Ist der italienische Fussball definitiv gegroundet?

Pius: Nur weil Juve gegen YB verloren hat, liegt nicht alles in Schutt und Asche.

Flavio: Richtig. Dieser Plastik-Ausrutscher von Bern wird nicht mal mehr eine Randnotiz wert sein, wenn wir am 1. Juni endlich die Champions-League-Trophäe in den Händen halten, Cristiano Ronaldo den Pokal küsst. Und das in Madrid. Vor den Augen von Real-Präsident Florentino Perez, der Ronaldo quasi vom Hof gejagt hat. Es muss, es wird so kommen. Denn das Drehbuch ist zu gut, das kann man nicht mehr umschreiben. Ich sehe schon, wie Perez wutschnaubend . . .

Tobias: Piano, den Müller macht Perez nicht mehr. Dafür ist er zu alt.

David: Apropos Europacup. Da kommt ja einiges auf uns zu. Mit der Europa League 2 ein neuer Wettbewerb. Und die Champions League soll von aktuell 96 auf 112 Spiele ausgebaut werden und künftig nicht mehr unter der Woche, sondern am Samstagnachmittag stattfinden. Und wisst ihr wieso? Weil die TV-Märkte in Europa erschöpft sind. Wachstum bietet hingegen der asiatische Markt. Und deshalb sollen die Spiele der Champions League künftig zur chinesischen Primetime angepfiffen werden.

Pius: Himmeltraurig, wie im Fussball an der Kommerzialisierungsschraube gedreht wird. Aber die Idee mit der Europa League 2 finde ich aus Schweizer Optik nicht schlecht.

François: Wieso das?

Pius: Weil wir froh sein müssen, wenn ein neuer Wettbewerb kreiert wird, in dem wir konkurrenzfähig sind. Ich habe kürzlich auf das Uefa-Ranking geschaut, das die Startplätze für die jeweiligen Wettbewerbe definiert. Da erlebt die Schweiz gerade einen veritablen Absturz. Momentan sind wir auf Rang 15. Aber schon nächste Saison werden wir auf Platz 17 zurückfallen. Selbst Zypern wird uns überholen.

Tobias: Um das zu verhindern, sehe ich nur eine Möglichkeit. Wir müssen die Insel annektieren. Captain Müller, übernehmen Sie!