Die neue Führung des FC Basel hat sich entschieden: Raphael Wicky wird neuer Cheftrainer der ersten Mannschaft und folgt somit auf Urs Fischer. Dies teilte der Verein am frühen Freitagnachmittag mit.

Wicky, momentan noch Trainer der FCB-U21, hat einen Zweijahresvertrag mit Option auf ein weiteres Jahr unterzeichnet. Im Communiqué weist der FCB auf die «vielbeachtete Arbeit als Nachwuchstrainer» hin, die Wicky in den letzten sieben Jahren bei Servette und, seit 2013 beim FCB leistete und leistet.

Auch zum Prozedere äusserts sich die Führung: «Nach einem intensiven Evaluationsverfahren anhand einer ‹Shortlist› mit mehreren Kandidaten hat sich die neue Führung einstimmig und mit grosser Überzeugung für Raphael Wicky entschieden, weil der frühere Schweizer Nationalspieler am besten in jenes Anforderungsprofil passt, das der künftige Präsident Bernhard Burgener und der künftige Sportchef Marco Streller am 7. April 2017 den Vereinsmitgliedern und den Medien vorgestellt haben.»

Fehlende Erfahrung als Profi-Trainer unwichtig 

Dies vor allem deshalb, weil Streller und Co bis 2020 wieder junge und eigen ausgebildete Spieler im Kader der ersten Mannschaft haben will und Wicky in der Arbeit mit ebendiesen jungen Spielern viel Erfahrung aufweist.

Der zukünftige FCB-Trainer habe sich «einen hervorragenden Namen als Förderer und Begleiter von Nachwuchsfussballern geschaffen und diesen Ruf seit seinem Wechsel zum FCB vor vier Jahren auf der Stufe der U18 und seit einem Jahr der U21 mehr als nur gefestigt, was unter anderem durch die international wertvolle Qualifikation des FCB-Nachwuchs für die Achtelfinals in der so genannten UEFA Youth League untermauert wurde.»

Diese Referenzen und die Tatsache, dass Wicky zuvor als Profispieler während 15 Jahren grosse Erfahrungen in der Schweiz, in der Bundesliga, in Spanien, den USA und als 75-facher Schweizer Nationalspieler an zwei EM-Endrunden und an der WM 2006 sammeln und dabei auch von sehr verschiedenen Trainern viele Impulse mitnehmen konnte, gewichtete die neue FCB-Leitung in entscheidendem Ausmass höher als die Tatsache, dass er bisher noch nicht als Trainer einer ersten Mannschaft gewirkt hat, wie der FCB in seinem Communiqué weiter schreibt.

«Der FCB freut sich, einem unbestritten talentierten Schweizer Trainer voller Überzeugung die Aufgabe des Cheftrainers anzuvertrauen.»

Noch nicht alle Details geklärt

Der designierte Sportchef, Marco Streller, äussert sich zu diesem wichtigen Personalentscheid wie folgt: «Raphael Wicky überzeugte uns mit einem bestechenden Dossier, das absolut kompatibel mit unserer Strategie der kommenden Jahre ist. Das allein war ein wichtiger, aber nicht der einzige Faktor. Vielmehr konnten wir im FCB in den letzten Jahren auch seine hohe soziale Kompetenz kennen lernen und dabei erleben, wie er Ziele und Werte des FCB verinnerlichte.»

Es sei nicht so, dass die designierte Vereinsleitung «ohne andere Optionen» ausschliesslich einen jungen Trainer gesucht habe. Vielmehr werde Wicky – «einem internen Mitarbeiter mit glänzenden Qualifikationen» – jetzt mit dem logischen nächsten Schritt in seiner Trainerkarriere betraut. «Kurzum», fasst Streller zusammen, «gibt die künftige Führung des FCB nicht in erster Linie dem jungen Trainer Wicky eine Chance, sondern sie ist vielmehr überzeugt, dass der junge Trainer im gleichen Mass eine Chance für den FCB ist.»

Neben der Personalie Wicky gibt es aber noch offene Fragen zu klären. So ist die künftige Zusammensetzung des gesamten Trainerteams noch zu klären. Auch, wer künftig die U21 übernehmen wird, ist noch nicht geklärt. 

Zur Ernennung Wickys als Cheftrainer hat sich auch der künftige Präsident Bernhard Burgener geäussert: «Wir sind überzeugt, dass wir in der Person von Raphael Wicky jenen Trainer gefunden haben, der bestens zu unserem Konzept passt. Er hat uns seine Vorstellungen detailliert präsentiert. Er paart Kompetenz und Enthusiasmus. Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit mit diesem Fachmann.» (cfe)