Gut möglich, dass der FC Basel nach dieser 19. Runde die Tabellenspitze endlich wieder innehat. Sollte YB am Sonntag in Luzern verlieren und der FCB zeitgleich in Zürich gegen GC gewinnen, wäre die Liga-Hierarchie wiederhergestellt. «Natürlich ist es unser Ziel zu gewinnen. Aber alles andere liegt nicht in unseren Händen», sagt Raphael Wicky. Und: «Aber letztlich wäre es nicht mehr als eine schöne Momentaufnahme, wenn es denn so kommen sollte. Die beste Mannschaft im Dezember qualifiziert sich nun mal nicht für die Champions League.»

Wicky weiss aber auch, dass seine Aufgabe, die Aufgabe des FC Basel, alles andere als einfach wird. Gegen Murat Yakins GC spielten sie zuletzt nach dem glorreichen 5:0-Triumph gegen Benfica – und sie kamen nicht über ein 0:0 hinaus. Zwar haben die Zürcher in den letzten drei Spielen bloss einen Punkt geholt, diesen aber letztes Wochenende bei Leader YB. Wicky: «Das gibt ihnen Selbstvertrauen. Und es ist ohnehin nicht einfach gegen Muris Mannschaften zu spielen. GC ist unter ihm extrem stabil geworden, obwohl er immer wieder mit anderen Grundaufstellungen spielen lässt. Das macht sie durchaus unberechenbar.»

Wie gefestigt ist das Selbstvertrauen?

Trotzdem fragt man sich: Wer oder was soll diesen FCB stoppen? Seit dem 1:2 gegen ZSKA Moskau Ende Oktober haben die Basler nicht mehr verloren. Nachdem 1:1 zu Hause gegen YB haben sie sieben Mal in Serie gewonnen. Mitunter gegen Schwergewicht Manchester United und auswärts in Lissabon gegen Benfica. «Wir wollen die positive Dynamik natürlich mitnehmen und mit diesem Gefühl in die Ferien gehen», sagt der FCB-Trainer.

Aber selbst einen allfälligen Rückschlag würde das verkraften können, ist er überzeugt: «Die Mannschaft ist extrem gereift in dieser schwierigen Phase. Ich glaube, da haben wir alle einiges gelernt. Denn das war eine Situation, die viele Spieler hier in Basel noch kaum erlebt haben.»

Indizien für diesen Lernprozess gibt es zahlreiche. Vor allem wie man auf den herben Dämpfer gegen ZSKA reagierte, deutet für Wicky auf die Reife des Teams hin. Zudem hat der FCB zuletzt auch auf Rückstände abgebrüht reagiert, konnte die Spiele gegen Sion und gegen Luzern jeweils drehen. 

Ricky van Wolfswinkel möchte gegen GC sein Comeback geben.

Ricky van Wolfswinkel möchte gegen GC sein Comeback geben.

In der Sonne von L.A. und an den Hängen von Zermatt

Egal, wie das Spiel in Zürich endet: Danach beginnen die Ferien. Darauf freut sich der FCB-Trainer nach intensiven ersten sechs Monaten im Amt beim Serienmeister. Zuerst wird er nach Los Angeles zu seiner Freundin reisen und sie dann gleich mit ins Wallis nehmen.

In Zermatt, wo er eine Wohnung besitzt und so oft wie möglich auf den Ski ist, will sie ihre ersten Schwünge machen. Denn für sie wird es eine Premiere. Wicky dagegen ist quasi neben dem Skilift aufgewachsen, fuhr als Knirps auch im Skiclub und ist bis heute ein begeisterter Wintersportler. «Ein bisschen Après-Ski muss schon sein. Aber nicht mehr ganz so intensiv wie früher», sagt er und lacht. So wie er das zuletzt öfters tun konnte.