Noch vor der WM hat Nati-Captain Stephan Lichtsteiner seine Zukunft geregelt. Er wechselt wie erwartet von Juventus Turin zu Arsenal in die Premier League, unterschreibt bei den Londonern einen Vertrag für eine Saison mit Option für eine weitere.

Es ist für den 34-Jährigen also die letzte grosse Herausforderung der Karriere. Doch ist das wirklich so? Darf man diesen Ausdruck bei einem wie Lichtsteiner überhaupt gebrauchen? Bei einem, der durch seinen unglaublich grossen Willen sich immer wieder neu antreibt?

Stephan Lichtsteiner wechselt zu Arsenal

Es war kurz vor dem Barrage-Rückspiel im letzten November gegen Nordirland. Granit Xhaka, der zukünftige Teamkollege bei Arsenal, sass neben Lichtsteiner und sagte: «Er hat so viele Titel gewonnen – und ist trotzdem noch so hungrig, als wäre er 20 Jahre alt.» Das trifft es ziemlich gut. Und deshalb sagt Xhaka auch: «Ich habe den allergrössten Respekt vor ihm. Er ist genau der richtige Captain für die Schweiz.»

Wer weiss, vielleicht beerbt Xhaka Lichtsteiner dereinst. Doch wann das sein wird, ist nicht abzusehen. Lichtsteiner ist derart beseelt von Erfolg, dass es für ihn keinen Grund gibt, nach der WM vorzeitig zurückzutreten. Und möge die Konkurrenz auf seiner Position noch so gross sein.

Die letzte grosse Herausforderung

Im Sommer 2011 wechselte der Rechtsverteidiger von Lazio Rom zu Juventus. Seither wurde der Serie-A-Verein immer Meister. Sieben Mal in Serie. Zur Krönung fehlte nur der Champions-League-Titel, 2015 und 2017 verlor Juventus die Endspiele gegen Barcelona (1:3) und Real Madrid (1:4).

Nun will Lichtsteiner bei Arsenal noch einmal neue Reizpunkte setzen, «etwas riskieren, den Kitzel spüren», wie er sagt. Das Projekt Arsenal ist spannend. Der Verein hat die schlechteste Saison seit 1996 hinter sich, ist nicht für die Champions League qualifiziert. Trainer Arsène Wenger hat die «Gunners» nach 22 Jahren verlassen, Lichtsteiners neuer Chef heisst Unai Emery.

Doch vorerst gilt seine volle Konzentration natürlich dem Nationalteam. Und da steht ein Jubiläum an. Am Freitag wird Lichtsteiner im Test gegen Japan sein 100. Länderspiel bestreiten.