Trotz 0:1-Rückstand bis kurz vor Schluss setzten sich die Berner Oberländer gegen Vllaznia Shkoder noch 2:1 (Hinspiel 0:0) durch.

Als niemand ausser die Thuner Spieler noch an die Wende glaubten, schlugen zwei Einwechselspieler zu. Auf praktisch identische Weise hämmerten die "Joker" Milaim Rama und Benjamin Lüthi den Ball in der 88. respektive 92. Minute mit letzter Verzweiflung unter die Latte. Nach dem 2:1 schlug der angestaute Frust in grenzenlosen Jubel um, mancher Thuner Ersatzspieler legte einen 50-m-Sprint vor das gegnerische Tor hin, um mit den Teamkollegen zu feiern. Als Lohn für die späte und durchaus verdiente Wende darf Thun in der dritten Runde nun gegen den Serie-A-Verein Palermo antreten.

Der Grossteil der knapp 7200 Zuschauer, die sich eines der Gratistickets ergatterten, erwartete nach dem torlosen Hinspiel in Shkoder den (ohnehin geforderten) Thuner Sieg. Stattdessen biss sich der FCT durch seine schwache Chancenverwertung an einem Gegner die Zähne aus, der Challenge-League-Niveau aufwies. In der VIP-Loge, von wo aus er die Partie verfolgte, ärgerte sich der gesperrte Trainer Bernard Challandes mehrfach masslos und zu Recht.

Dafür, dass Vllaznia den Thunern die Hoheit im Mittelfeld und sehr viel Ballbesitz überliess, machten die Gastgeber viel zu wenig aus ihren Möglichkeiten. Zu Torchancen waren sie vor allem in der ersten Halbzeit und aus besten Positionen gekommen. Aber Thun, insbesondere in der Person von Mauro Lustrinelli und Andreas Wittwer, ging allzu fahrlässig damit um. Wie Lustrinelli in der 32. Minute im Nachgang an einen Schuss von Wittwer am Tor vorbeizielen konnte, wird sein Geheimnis bleiben. Und kurz vor der Pause hatte Flügel Wittwer gleich zweimal die Chance, die Partie auszugleichen. Dies gelang erst dem eingewechselten Milaim Rama in der 89. Minute.

Bereits ab der 14. Minute musste Thun einem Rückstand hinterher laufen. Als sich Vllaznia erstmals mit mehreren Pässen in der gegnerischen Platzhälfte installieren konnte und die Flanke in den Strafraum kam, rutschte Nicolas Schindelholz im allerdümmsten Moment aus. Xheyahir Sukaj brachte den Ball mit einer knappen Berührung problemlos ins Thuner Tor.

Thun - Vllaznia Shkoder 2:1 (0:1).

Arena Thun. - 7193 Zuschauer (Gratiseintritt). - SR Ferreira (Por). - Tore: 14. Sukaj 0:1. 89. Rama 1:1. 93. Lüthi 2:1.

Thun: Da Costa; Reinmann (61. Lüthi), Matic, Schindelholz, Schneider; Bättig, Demiri; Christian Schneuwly (27. Andrist), Lezcano, Wittwer (70. Rama); Lustrinelli.

Bemerkungen: Thun ohne Trainer Challandes (gesperrt, auf der Tribüne). 93. Gelb-rote Karte gegen Rajovic (Foul), Verwarnungen: 34. Rajovic. 37. Popovic (beide wegen Fouls). 59. Alenchewu. 87. Lustrinelli (beide wegen Unsportlichkeit).