Der VfB Stuttgart mit dem Schweizer Internationalen Steven Zuber setzt für den Showdown um einen Platz in der deutschen Bundesliga auf Zweck-Optimismus, Union Berlin beschwört die Kraft seiner Fans. Die Rolle des Aussenseiters beanspruchen die Berliner im Psycho-Duell trotz der guten Ausgangslage durch das 2:2 im Hinspiel aber weiter für sich.

Für den ersehnten erstmaligen Sprung in die Bundesliga reicht den "Eisernen", die mit Robert Zulj, aber ohne den gesperrten Christopher Trimmel als ihren Captain antreten, schon ein torloses Unentschieden oder ein 1:1.

Die Stuttgarter, Drittletzter der abgelaufenen Bundesliga-Saison, müssen hingegen von Beginn an auf Sieg spielen. "Der Boxer hat jetzt eine Runde verloren, eine abgekriegt", resümierte Interimstrainer Nico Willig die Ausgangslage.

Dritter Bundesliga-Abstieg des VfB?

Die Vorzeichen sprechen eher für den dritten Sturz der Schwaben in die Zweitklassigkeit nach 1975 und 2016. Union hat als heimstärkstes Team der 2. Bundesliga diese Saison erst ein Spiel vor eigener Kulisse verloren, liess 14-mal kein Gegentor zu.

Stuttgart holte in der Bundesliga gerade einmal sechs Auswärtspunkte, konnte nur einmal auf fremdem Platz gewinnen. "Das hat uns alles nicht zu interessieren", sagte Goalie Ron-Robert Zieler über die Statistik. "Wir sind definitiv in der Lage dazu, dort zu gewinnen. Wir sind der Bundesligist."

Union Berlin nach 30 Jahren wieder erstklassig?

Den Beweis dafür blieben die Stuttgarter im ersten Duell allerdings schuldig. Und während sich Mario Gomez anschliessend über die beginnende Untergangsstimmung beklagte, fiebern die Union-Anhänger auf einen möglicherweise historischen Abend hin.

Der ehemalige DDR-Oberligist wäre erstmals nach 30 Jahren wieder erstklassig. Dabei gilt es auch die Vereinsbilanz in Alles-oder-Nichts-Spielen zu verbessern. In zehn Aufstiegsrunden oder Entscheidungsspielen um den Klassenverbleib gelang Union bisher nur zweimal ein positiver Abschluss.