Der heutige FCB-Rivale Servette Genf erlebte eine turbulente Saison 2011/12. Zeitweise stand der Traditionsklub aus der Calvin-Stadt, dessen Palmarès die «Grenats» hinter den «Hoppers» noch immer als zweiterfolgreichsten Verein des Landes auszeichnet, vor dem Konkurs.

Erst nach Abschluss der Meisterschaft konnte Hugues Quennec, Präsident des HC Servette Genève und nun auch der neue, starke Mann (und Retter) der Fussballer, verkünden, dass «es auch in Zukunft den Servette FC in der höchsten Spielklasse geben wird». Denn sportlich hatte der Neuling, allen Widerwärtigkeiten zum Trotz, den glänzenden 4.Rang erreicht. Und am 20. Mai, in der zweitletzten Meisterschaftsrunde, den grossen FC Basel verdient mit 2:1 besiegt. Fast 22'000 Zuschauer verwandelten das Stade de Genève in ein Tollhaus und feierten danach, als ob ihre Equipe einen Titel geholt hätte.

Basler Präsenz bei Servette

Von jener Euphorie ist heute wenig zu spüren. Glaubt man den Klubangaben, so geht Servette mit dem kleinsten Budget aller zehn Raiffeisen-Super-League-Teams in die neue Spielzeit. «Wir haben fünf Millionen Franken zur Verfügung – nicht mehr, aber auch nicht weniger», erklärten die Vereinsverantwortlichen gegenüber der welschen Presse. Der FCB benötigte diese Summe alleine, nur um den Transfer von Zuzug Marcelo Diaz zu realisieren.

Basel-Trainer Heiko Vogel konnte die Genfer in einem Testspiel gegen Lausanne (1:1) beobachten. In diesem Léman-Derby spielte Servette mit einer Vierer-Abwehrkette und zwei «Pivots» (Sechsern). In der Innenverteidigung stand ein gewisser Génséric Kusunga (24), der zwei Jahre bei Rot-Blau unter Vertrag stand, sich jedoch nie für einen Stammplatz im Meister-Ensemble empfehlen konnte. Obwohl der Vertrag des Ex-U21-Internationalen mit angolanischen Wurzeln noch bis zum 30. Juni 2014 datiert ist, hat Basel in diesem Sommer Kusunga an seinen Stammklub ausgeliehen.

Gegen seinen «Besitzer» wäre Kusunga aber eh nicht spielberechtigt gewesen, denn bei der besagten 1:2-Niederlage der Basler wurde Kusunga wegen einer Notbremse des Platzes verwiesen und erhielt drei Spielsperren. Und auch in Genf scheint dem einstigen Talent das (Verletzungs-)Pech förmlich an den Füssen zu kleben. Am Mittwochabend trug Servette ein Testspiel gegen den FC Porto (0:2) aus. Die Genfer spielten mit Akteuren, welche kaum in der Startformation von heute Abend stehen werden, wie Trainer João Alves verlauten liess. Kusunga begann die Partie -– und schied nach 30 Minuten mit einer Knieverletzung, die ernsthafterer Natur zu sein scheint, vorzeitig aus.

Simone Grippo im Probetraining

Dafür entdeckte man in Genfer Reihen einen ehemaligen FCB-Akteur. Simone Grippo (23), der am 13. Juli 2006 unter Ex-Cheftrainer Christian Gross im UIC-Spiel gegen die Kasachen von Tobol Kostanay (3:1) in der Basler Stammformation gestanden hatte, weilt derzeit bei Servette im Probetraining. Der Baselbieter aus Ettingen, der weiterhin dem Serie-A-Klub Chievo Verona gehört, war die letzten sechs Monate an den FC Lugano ausgeliehen gewesen.

Auch Patrick Baumann, ein weiteres FCB-Eigengewächs, führt Servette als seinen letzten Arbeitgeber auf. Der Riehener erlitt zu Beginn der Saison 2011/12 einen Kreuzbandriss und wäre wieder voll einsatzfähig. Doch der athletische Innenverteidiger konnte sich mit dem Servette FC noch nicht über eine Vertragsverlängerung einigen. In der Calvin-Stadt sind nicht nur die Mittel knapp, sondern von der einstigen Euphorie und Aufbruchstimmung ist nichts mehr zu spüren.

SPIELKALENDER RAIFFEISEN SUPER LEAGUE
Datum Zeit Spiel
Runde 6    
18.08.12 19:45 FC THUN - FC ST. GALLEN
18.08.12 19:45 FC BASEL 1893 - FC LAUSANNE-SPORT
19.08.12 13:45 FC SION - BSC YOUNG BOYS
19.08.12 13:45 SERVETTE FC - FC ZÜRICH
19.08.12 16:00 FC LUZERN - GRASSHOPPER CLUB ZÜRICH
Tabellen Übersicht

Spielplan