Jahrelang haben die Young Boys ihre Geschäftszahlen unter Verschluss gehalten. Über das Budget wurde zwar viel spekuliert, aber konkrete Zahlen gab es nie. Das hat sich am Freitagmittag schlagartig geändert.

Neben der üblichen Vorschau auf das Spiel vom Sonntag gegen St. Gallen verschicken die Berner ein Dokument mit den : 80 Millionen Franken Umsatz, 17 Millionen Franken Gewinn – dank Meistertitel und Champions League.

«Es sind unglaubliche Zahlen», sagt Verwaltungsratspräsident Hanspeter Kienberger. Dabei fliessen die Einnahmen aus den Transfers von Sanogo (rund 8 Mio. Franken) und Bertone (rund 2 Mio.) erst nächstes Jahr in die Rechnung.

Einzig die Erlöse aus den Abgängen von Hütter, Nuhu und anderen Transfers schlagen mit rund 6 Millionen (Schätzung) zu Buche.

Unfreiwillige Transparenz 

So gut die Zahlen sind, freiwillig veröffentlicht sie YB nicht. «Die Uefa hat 2018 beschlossen, dass jeder Klub, der europäisch spielen will, gewisse Zahlen publizieren muss», sagt Liga-Sprecher Philippe Guggisberg.

Wer also bei der Liga eine Lizenz beantragt, die zur Teilnahme an den Uefa-Wettbewerben berechtigt, muss nachweisen, dass er gewisse Zahlen bis Ende März öffentlich zugänglich gemacht hat.

Weil die Berner im Gegensatz zu den Baslern im Besitz ihres Stadions sind, können die Zahlen der beiden grössten Klubs nur eingeschränkt verglichen werden – unmöglich sind Vergleiche aber nicht.

Zum Beispiel hat YB 2018 dank Meistertitel und Champions League Einnahmen von rund 23 Millionen Franken aus dem Ticketverkauf generiert. Der FCB machte 2017, als er das Double gewann und die erfolgreichste Schweizer Champions-League-Kampagne spielte, knapp 27 Millionen mit Ticketverkäufen.

Die Teilnahme an der Königsklasse brachte ihnen damals mit vier Siegen rund 32 Millionen ein, YB generierte mit einem Sieg und einem Unentschieden in den Playoffs und bloss einem Sieg in den Gruppenspielen rund 29 Millionen.

13 Mitarbeiter weniger

Auffällig: YB schaffte den Meistercoup und den Sprung in die Champions League mit Personalkosten für die erste Mannschaft (inklusive Staff), die fast 15 Millionen weniger betrugen als beim FCB ein Jahr zuvor.

Natürlich, die Basler holten das Double und drei Siege mehr in der Königsklasse. Aber während sie dafür rund 40 Millionen Franken ausgaben, kostete YB der erste Titel seit 32 Jahren und die erstmalige Champions-League-Teilnahme knapp über 25 Millionen, wie Recherchen der «Schweiz am Wochenende» ergaben.

Das dürfte auch an der Anzahl Mitarbeiter liegen, die man zur ersten Mannschaft zählte: Bei Basel waren es 2017 51, bei YB ein Jahr bloss 38.