Der beste Schweizer auf Rang zwölf, Beat Feuz nur auf Rang 18 und zwei Ausfälle. Das ist es einfach, von einer Schlappe zu sprechen. Und ja, das Ergebnis ist enttäuschend. Sehr sogar. Aber man muss auch realistisch bleiben: Eine Medaille im Super-G war nicht budgetiert. Zwar stand Mauro Caviezel zu Beginn der Saison in dieser Disziplin zweimal auf dem Podest.

Doch seither zeigt seine Formkurve eher nach unten. Und von den weiteren drei Schweizer Startern stand in diesem Winter nie einer auf dem Podest. Eine Schweizer Medaille wäre möglich gewesen, ein Drama ist das Verpassen aber nicht.

Nirgends sonst ist das Feld möglicher Sieger grösser als im Super-G. Beat Feuz nennt die Disziplin eine Lotterie. Und ja: es muss vieles zusammenpassen und das nötige Glück dabei sein, um zu reüssieren. Das war bei den Schweizern nicht der Fall. Die Sichtverhältnisse waren extrem schwierig. Kleine Wellen waren für die Athleten nicht zu erkennen.

Die Zahl der Ausfälle im Rennen war entsprechend gross und manchmal ist es eben Glück, eine Welle um ein paar Zentimeter zu verfehlen oder nicht. Die Ausfälle von Thomas Tumler und Mauro Caviezel sind zwar ärgerlich, aber durchaus erklärbar.

Beat Feuz hatte zudem das grosse Handicap mit der Startnummer eins zu starten. Er hatte keine Vergleichsfahrten. Das machte die Aufgabe nochmals schwieriger. Besonders, wenn der Athlet selbst auf der Fahrt kaum etwas sieht, helfen die Eindrücke von aussen. Kommt hinzu, dass der 31-Jährige mit seiner Verletzungsgeschichte im linken Knie Mühe hat, sich zu überwinden, wenn das Licht diffus ist. Und es ist verständlich, wenn er nicht das letzte Risiko in Kauf nimmt mit dem Wissen, dass seine Paradedisziplin, die Abfahrt, noch folgt. Wenn er dort eine Medaille holt, ist der Super-G vergessen.

Bleibt noch Marco Odermatt. Der WM-Debütant fuhr auf Rang 12. Das ist angesichts der schwierigen Verhältnisse ein gutes Resultat. Gerade für ihn wäre es unfair, von einer Schlappe zu sprechen.

Die Ausfälle von Tumler und Caviezel im Video