Wie schläft es sich als schnellster Mann der Schweiz?
Gar nicht gut. Ich checke bis jetzt nicht, wie mir das gestern gelungen ist. Das hat mich beschäftigt und entsprechend wachgehalten - und natürlich auch die vielen Glückwünsche aus meiner Heimat. Und heute Morgen (Sonntag, Anm. d. Red.) standen die Dopingkontrolleure vor der Tür.

Was überrascht Sie am meisten an Ihrer Leistung?
Ich bin nach drei Monaten Verletzungspause erst drei Wochen richtig am Trainieren. Ich wusste zwar, dass ich schnell bin und die Limiten knacken kann. Dass ich gleich so schnell laufen würde, hätte ich aber nicht gedacht.

Hat sich Vorgänger Dave Dollé schon gemeldet?
Nein, von ihm habe ich nichts gehört.

Wird Ihr Rekord auch 18 Jahre lang Bestand haben?
Ich glaube nicht. Ich bin jung, frisch und hungrig. Da wird noch etwas möglich sein in den nächsten Jahren.

Im Vorfeld hat man eigentlich nur Amaru Schenkel zugetraut, den 100-Meter-Rekord zu knacken. Hat Sie das genervt?
Mir ist egal, wen die Leute als Nummer eins gesehen haben. Ich habe gekämpft und bin es jetzt. Merlene Ottey (mehrfache Olympiamedaillengewinnerin aus Jamaika) sagte mir schon 2011: Wenn ich den Start hinkriegte, könne mir eine Überraschung über hundert Meter gelingen.

Im Jubel über den Rekord geht beinahe unter, dass Sie auch über 200 Meter für die WM qualifiziert sind. Welche Disziplin bevorzugen Sie?
Mein Trainer hat mir klar gesagt, dass ich nicht über beide Distanzen starten werde. Wir legen den Fokus auf zweihundert Meter. Über diese Distanz habe ich an der WM bessere Chancen, weiterzukommen. Die hundert Meter hatten sowieso nie Priorität.