Im Interview, welches der Fussball-Verband auf seiner Webseite veröffentlichte, nahm Daniel Wermelinger Stellung zu den massiven Drohungen, die gegen Schiedsrichter Alain Bieri vorgetragen wurden. "Das ist sehr Besorgnis erregend. Alain Bieri erhielt per Mail die Mitteilung, der Absender werde dafür sorgen, dass Bieri kein Spiel mehr leiten könne in dieser Saison. Begleitet von einer Menge übelster Beleidigungen."

Fickentscher gegen Bua

Man habe inzwischen die Polizei eingeschaltet, werde Strafanzeige einreichen und hoffe, dass man den oder die Übeltäter zur Rechenschaft ziehen könne. "Der Verband und ich wollen uns vor allem für unsere Leute einsetzen und sie schützen, und das aus Überzeugung und nicht nur, weil das unsere Pflicht als Arbeitgeber ist. Uns geht es nicht um die Bestrafung dieser fehlbaren Person. Uns geht es darum, möglichst allen klar zu machen, dass hier Grenzen überschritten wurden, die immer respektiert werden müssen."

Kritik im Plauderton

Wermelinger beklagt auch, dass die Berichterstattung in den Medien nicht immer korrekt sei und deshalb auch Leute angestiftet werden könnten, solche Drohungen vorzubringen: "Wir fragen uns natürlich, ob und wie eine Berichterstattung, wie sie das Westschweizer Fernsehen RTS am Sonntagabend praktizierte, Leute zu solchen Drohungen anstiften kann. Da erklärt der Sportchef im Plauderton-Gespräch mit einem Sportredaktor, Alain Bieri fälle eine Reihe kurioser Entscheide. Und sie zeigen dazu Spielszenen, die ihre Behauptung stützen sollen."

Es dürfe einfach nicht passieren, dass öffentlich-rechtliche oder private Institutionen Menschen derart diffamieren und deren Arbeit skandalisieren. "Es war ja abzusehen, dass andere Medien dieses vor allem polemisch präsentierte Thema aufnehmen, doch diese gaben uns anders als RTS die Möglichkeit, dass wir dazu Stellung nehmen konnten."

Omlins Boxeinlage

Daniel Wermelinger unterstreicht, dass die Schiedsrichter beileibe nicht immer fehlerfrei agieren würden: "Ich bin ein sehr kritischer Beobachter und gehe mit unseren Top-Schiedsrichtern hart ins Gericht. Wer uns zum Beispiel fragt, wie wir die Szene beurteilen von Basels Goalie Omlin gegen Thuns Bigler, erhält keine Schönfärberei zur Antwort. Da hätte es für Schiedsrichter Fähndrich nur diese Reaktion geben dürfen: gelbe Karte für Omlin und Penalty für Thun. Aber Schiedsrichter machen Fehler. Sie haben Fehler in der Vergangenheit gemacht und werden Fehler machen in Zukunft. Wie Fussballer, Trainer, Medienschaffende und alle anderen Menschen auch. Das darf aber nie ein Grund sein, jemanden gegenüber der Öffentlichkeit zum Freiwild zu erklären."