9:0 gegen Italien. 3:1 gegen Lettland. 4:0 gegen Österreich. 4:1 gegen Norwegen. Vier Spiele, zwölf Punkte. 20:2 Tore. 185:90 Schüsse. Die Viertelfinal-Qualifikation so gut wie auf sicher. Die Schweizer Eishockey-Nationalmannschaft hat in der ersten Phase der WM in Bratislava keine Fragen offengelassen.

Das Team hat mit einer noch selten gesehen Konstanz beeindruckt und trat gegen die Kontrahenten, die jahrelang auf Augenhöhe mit den Schweizern agierten und ihnen entsprechend oft Kopfzerbrechen bereiteten, mit einem erstaunlichen Selbstverständnis auf. Es trat auf wie ein Favorit, der seine Rolle mit Geduld und unerschütterlichem Selbstvertrauen spielt.

Auch gegen die Norweger, im vierten Spiel innerhalb von fünf Tagen und nur knapp 18 Stunden nach dem Duell gegen Österreich, zeigte die Equipe von Nationaltrainer Patrick Fischer eine abgeklärte Leistung.

Stolzer Trainer

Auch wenn die Skandinavier letztlich zu 32 Schüssen auf das von Leonardo Genoni gehütete Tor kamen und auch für den ersten Schweizer Gegentreffer bei fünf gegen fünf Feldspielern sorgten, so bestanden nie Zweifel, welche der beiden Mannschaften als Sieger vom Eis gehen würde.

Logisch, war Fischer nach dem vierten Sieg im vierten Spiel äusserst zufrieden: «Ich muss meinen Jungs ein riesiges Kompliment machen. Eishockey ist ein harter Sport. Man muss Checks annehmen, muss hart arbeiten, und das viermal innert fünf Tagen, das ist eine schwierige Aufgabe. Sie haben es super gelöst. Ich bin mega stolz auf die Mannschaft.»

Besonders stolz war der Nationaltrainer auch auf die Tatsache, dass seine Mannschaft in der Defensive bis auf ganz wenige Ausnahmen sehr souverän auftrat. «Auch heute machten wir den Laden hinten dicht. Wir müssen hinten gut stehen, nach vorne wissen wir, dass wir gefährlich sind.»

Der kreative Fortschritt

Doch nicht nur der solide Auftritt gegen hinten war beeindruckend, sondern eben auch die Kreativität in der Offensive. Etwas, womit sich die Schweizer gegen defensiv eingestellte Gegner traditionell sehr schwertaten.

«Wir haben gelernt, das Spiel zu machen, mit der Scheibe etwas zu kreieren. Es freut mich extrem, dass wir auch diesbezüglich einen weiteren Schritt gemacht haben», zeigte sich Patrick Fischer sehr zufrieden.

Er weiss, dass er mit Nummer-eins-Draft Nico Hischier, dem überraschend starken WM-Neuling Philipp Kuraschew, dem zuverlässigen Gaetan Haas und dem fleissigen Christoph Bertschy über vier überdurchschnittlich kreative Mittelstürmer verfügt.

Erholung im Fokus

Nach dem Marathon-Programm zum WM-Auftakt steht für die Schweizer jetzt aber erst einmal die Erholung im Fokus. Der Donnerstag ist komplett frei. An diesem Tag kann jeder machen, was er will und den Kopf lüften.

Am Freitag trifft man sich wieder zum Eistraining, ehe am Nachmittag der grosse Medientermin auf dem Programm steht. Und dann folgt nach der Pflicht die eigentliche Kür. Jetzt warten auf die Schweizer die so genannten «Grossen».

Am Samstag kommt es zum Duell gegen den letztjährigen WM-Finalgegner Schweden (20.15 Uhr), am Sonntag wartet das Allstar-Team aus Russland (20.15 Uhr). Am Dienstag trifft man zum Abschluss der Vorrunde auf die Tschechen (12.15 Uhr). Dann dürfte es vor allem darum gehen, sich im Hinblick auf die Viertelfinals gut zu positionieren und so eventuell sogar den Umzug nach Kosice verhindern zu können.

Fischers Optimismus

Sicher ist, dass sich die Schweizer angesichts der deutlich höheren Qualität der Gegner ein wenig umstellen müssen – ohne sich aber zu verstecken. «Wir haben in den letzten zwei Jahren 50 Prozent der Spiele gegen die Teams aus den Top sechs gewonnen. Klar, es braucht einen guten Tag von uns. Dann ist immer alles möglich», zeigte sich Fischer optimistisch im Hinblick auf die anstehenden Aufgaben.

Und er fügte lächelnd an: «Wir gehen mit diesem Punkte-Pölsterchen ins Wochenende. Wir haben das Messer nicht am Hals. Das ist einmal eine andere Situation. Das gefällt mir so.»