Der vor einem Jahr zurückgetretene Felipe Massa war der letzte brasilianische Stammfahrer in der Königsklasse des Automobilrennsports.

Der 37-Jährige hatte seine Karriere 2002 im Hinwiler Sauber-Rennstall begonnen als Nachfolger von Kimi Räikkönen, der 2019 zu Sauber zurückkehren wird. Massa bestritt für Sauber (2002, 2004, 2005), Ferrari (2006 bis 2013) und Williams (2014 bis 2017) 269 WM-Rennen.

Felipe Massa wird in Zukunft in der Formel E zu bewundern sein

Felipe Massa wird in Zukunft in der Formel E zu bewundern sein

Den Höhepunkt und zugleich auch den bittersten Moment erlebte Massa am 2. November 2008 ausgerechnet in São Paulo. Der damalige Ferrari-Fahrer kam mit sieben Zählern Rückstand auf Lewis Hamilton, dem ein 5. Rang zu seinem ersten von mittlerweile fünf WM-Titeln gereicht hätte, zum Saisonfinale. In einem chaotischen Rennen fuhr Massa nach 71 Runden als Sieger vor Fernando Alonso und Kimi Räikkönen über die Ziellinie und wurde bereits als Weltmeister gefeiert.

Hamilton lag da mit fast 40 Sekunden Rückstand nur an 6. Stelle. Doch der Brite konnte in der vorletzten Kurve noch den Deutschen Timo Glock überholen und zerstörte damit Massas sportlichen Lebenstraum von einem WM-Titel in der Formel 1. Am Ende betrug Hamiltons Vorsprung lediglich einen WM-Punkt.

Massa wäre der erste brasilianische Weltmeister seit Ayrton Senna 1991 gewesen. Der am 1. Mai 1994 tödlich verunfallte Senna war bereits 1988 und 1990 Champion geworden. Neben Senna, dem für viele Fans populärsten Formel-1-Fahrer aller Zeiten, gewann auch Nelson Piquet drei Titel (1981, 1983, 1987) und Emerson Fittipaldi deren zwei (1972, 1974).

Ayrton Senna, der am 1. Mai 1994 in Imola verstarb

Ayrton Senna, der am 1. Mai 1994 in Imola verstarb

Nicht gerade zu Legenden-Status wie die drei brasilianischen Weltmeister, aber in einem gewissen Mass zu Kult-Status schafften es in ihrer Heimat Felipe Massa (269 WM-Rennen, 11 Siege) und Rubens Barrichello (323/11).

Andere Brasilianer waren während ihrer Formel-1-Karrieren weniger erfolgreich unterwegs. Dazu gehören Carlos Pace, der wenigstens eines seiner 72 Rennen gewinnen konnte, Christian (43 Rennen) und Wilson Fittipaldi (35), Nelson Piquet jr. (28), Mauricio Gugelmin (74) sowie Pedro Diniz (98) und Felipe Nasr (39), die beide ebenfalls im Sauber-Team engagiert gewesen waren.

Rubens Barrichello, ebenfalls ein bekannter brasilianischer Rennfahrer

Rubens Barrichello, ebenfalls ein bekannter brasilianischer Rennfahrer

In Interlagos, 750 Meter höher als São Paulo gelegen, können die Fans am Sonntag im Rennen (18.10 Uhr Schweizer Zeit) erstmals seit 49 Jahren keinem Einheimischen zujubeln. Im nächsten Jahr besitzt aber mindestens ein Brasilianer einen Vertrag in der Formel 1: McLaren-Renault verpflichtete den 20-jährigen Formel-2-Fahrer Sergio Sette Camara als Ersatzfahrer für die Stammpiloten Carlos Sainz und Lando Norris.