Eine Vorzugsbehandlung für den Österreicher gab es laut Ärzten aber nicht.

Lauda mache nach seiner am letzten Donnerstag erfolgten Lungentransplantation weiter Fortschritte. "Wir sind sehr zufrieden", sagte Professor Walter Klepetko vom Allgemeinen Krankenhaus in Wien (AKH). Der 69-Jährige habe gute Chancen, auch künftig das ihm vertraute aktive Leben zu führen, meinte der Lungenspezialist. Allerdings dürfe es nicht zu Komplikationen kommen.

Das Spital gab ausserdem neue Details zum Krankheitsverlauf des Österreichers bekannt. Demnach litt Lauda "zu keinem Zeitpunkt" unter einer normalen Sommergrippe, wie Marco Idzko, Leiter der Klinischen Abteilung für Pulmologie, betonte. Vielmehr kam es zu einer Entzündung der Lungenbläschen, was eine Zerstörung beziehungsweise Vernarbung des funktionstüchtigen Lungengewebes zur Folge hatte.

Dafür habe Lauda eine Therapie zur Unterstützung des Immunsystems erhalten. Das habe zunächst eine deutliche Besserung seiner Atmung zur Folge gehabt. In weiterer Folge sei aber eine schwere akute Lungenerkrankung aufgetreten, die durch das Einwandern von Entzündungszellen aus dem Blut in die Lunge entstanden sei. Da sämtliche medikamentösen Möglichkeiten ausgeschöpft waren, war eine Transplantation notwendig.

Vor der Operation war Lauda laut Ärzten in akuter Lebensgefahr, seine Lebenserwartung habe wenige Tage, höchstens Wochen betragen. Sein Fall wurde zur höchsten Dringlichkeitsstufe. Im Allgemeinen Krankenhaus Wien (AKH), das mit rund 120 Lungen-Transplantationen im Jahr zu den fünf grössten Zentren dieser Art weltweit gehört, warten derzeit 120 Notfallpatienten auf eine neue Lunge. Sie warten durchschnittlich - wie Lauda - rund fünf Tage auf das neue Organ.

Die Ärzte machten deutlich, dass es zu keinem Zeitpunkt zu einer Vorzugsbehandlung von Lauda gekommen sei. Seine Daten seien anonymisiert der europaweiten Organ-Vermittlungsstelle Eurotransplant gemeldet worden.