Das Organisationskomitee des Motocross-Grand-Prix der Schweiz hat dreimal in Folge ganze Arbeit geleistet. 12 OK-Mitglieder stehen 30 verschiedenen Teams vor, über 20 Vereine aus der Region Ostschweiz - insgesamt 480 Freiwillige - helfen beim grössten Motorsport-Anlass der Schweiz mit. 4000 Kubikmeter Erde wurden auf das Areal Zucker transportiert, innerhalb eines Monats wurde mit Bulldozern, Baggern und mit Handarbeit eine WM-taugliche Strecke mit Schanzen und passenden Absprüngen gebaut. Und dies alles ohne Hilfe von Militär oder Zivilschutz.

Wegen der andauernden Trockenheit wurden zudem aus dem nahegelegenen Ägelsee 600 Kubikmeter Wasser entnommen, um die Strecke zu wässern. Während eines Rennens darf die Strecke nicht trocken sein, da aufwirbelnder Staub die Sicht der Fahrer stark beeinträchtigen und so zu einer grossen Gefahr würde. "Wir werden null Staub haben", ist sich OK-Präsident Willy Läderach sicher.

Der 77-Jährige machte sich als Rennorganisator und KTM-Importeur in den letzten Jahrzehnten in der Schweiz einen Namen. 2016 holte er nach einer Pause von 18 Jahren die Motocross-WM wieder zurück in die Schweiz. Und immer noch betreibt er für diesen Anlass einen immensen Aufwand. Im Gegensatz zu zahlreichen Strecken im Ausland, die ganzjährig bestehen, muss die Strecke in Frauenfeld jedes Jahr neu aufgebaut werden. Der Parcours für die Fahrer, die zehn Tribünen für insgesamt 12'000 Zuschauer - nach dem Event muss alles wieder weg. "Das ist mit den Behörden so abgesprochen, das Areal liegt teilweise auf Landwirtschaftszone", erklärt Läderach.

Vertrag mit WM-Veranstalter läuft aus

Frauenfeld gehört inzwischen zu den bestorganisierten Motocross-Events im WM-Kalender. Der Dreijahres-Vertrag mit dem MXGP-Vermarkter Youthstream läuft aber nun aus. "Wir streben natürlich einen neuen Vertrag an", so Läderach, "aber es muss für den Parcours hier eine Lösung gefunden werden." Neben dem mühsamen Auf- und Abbauen der Anlage kam in diesem Jahr ein langwieriges juristisches Geplänkel mit Anwohnern und Naturschutz-Verbänden dazu, die den Anlass verhindern wollten. Doch auch dieses Mal gab es vom Kanton eine Ausnahmebewilligung.

Läderachs Ziel ist es, dass die Anlage stehengelassen werden kann. Zum einen kann das OK damit hohe Kosten sparen. Zum anderen wäre das eine hervorragende Trainingsanlage für Schweizer Motocross-Sportler. Der umtriebige Rennveranstalter ist überzeugt, dass gemeinsam mit dem Kanton bald eine Lösung gefunden wird, damit Frauenfeld auch in den kommenden drei Jahren den Motocross-WM-Zirkus begrüssen kann.