Ja, wird es denn vielleicht noch einmal spannend im Meisterrennen? Weil die Young Boys gegen den FC Thun zum dritten Mal in dieser Saison nicht gewannen und nur ein 2:2 erreichten, beträgt ihr Vorsprung auf den FC Basel «nur» noch elf Punkte. Dass die Berner ihren Vorsprung in den letzten sechs Runden aber noch aus der Hand geben, ist – die Geschichte des Veryoungboysens hin oder her – nicht anzunehmen.

Trotzdem: Der FCB erledigte seine Hausaufgaben gegen GC mit einem 1:0-Erfolg, dem vierten Heimsieg in Folge. Matchwinner für die Basler war der Norweger Mohamed Elyounoussi mit seinem siebten Saisontor. Er traf nach einer Kopfballvorlage von Marek Suchy, der einen Freistoss verlängerte, nach 74 Minuten ins Netz.

Die Grasshoppers ihrerseits schlichen mit hängenden Köpfen vom Platz. Vor 23 487 Zuschauern hatten sie es verpasst, im engen Abstiegskampf der Super League ihre Position zu verbessern. Im Gegenteil, die Lage hat sich für den Rekordmeister nach dem siebten Spiel in Serie ohne Sieg weiter zugespitzt.

Er musste sich vom FC Thun und vom FC Lugano, der im Wallis den FC Sion 1:0 besiegte, überholen lassen und fiel damit auf den achten Rang zurück, ein Punkt vor dem FC Sion und Lausanne. Die Waadtländer indes haben heute Abend im Heimspiel gegen Luzern die Möglichkeit, die Rote Laterne abzugeben und zu GC aufzuschliessen, oder es um zwei Punkte zu distanzieren.

Andersens Grosschance

Es war kein schlechter Auftritt der Zürcher, aber er war eben auch nicht gut genug, um zu punkten. Am Schluss war der Sieg des FCB zwar nicht gestohlen, doch wären die Hoppers mit einem Punktgewinn heimgekehrt, wäre auch dies kein Diebstahl gewesen.

Sie werden vor allem der Grosschance von Lucas Andersen nachtrauern, der nach einer guten Stunde alleine auf den Basler Goalie Tomas Vaclik zugelaufen war, den Ball mit dem Aussenrist aber nicht am Tschechen vorbeigebracht hatte.

GC, dessen Trainer Mathias Walther in der Startformation überraschend auf den besten Spieler, Jeffrén, verzichtet hatte, begann forsch und liess den Worten Walthers vom Vortag Taten folgen. Es griff weit vorne an und versteckte sich nicht.

Es hatte durch Petar Pusic und Andersen vor der Pause zwei gute Chancen, aber zu besten Gelegenheiten kamen auch die Basler. Campo hätte freistehend aus elf Metern sein erstes Tor für den FCB schiessen müssen, hatte dann aber wenig später Pech, dass sein Freistoss gegen die Oberkante der Latte prallte.

Wie sehr der Ausfall von Rechtsverteidiger Numa Lavanchy nach einer guten halben Stunde mit dafür verantwortlich war, dass das bis dahin ansprechende Spiel der Gäste etwas zerbröselte, ist schwierig zu sagen. Nachdem GC am letzten Samstag mit Marko Basic seinen Captain durch einen Kreuzbandriss verlor, traf es diesmal Lavanchy.

Der übermotivierte «Sportsmann» Geoffroy Serey Die trat dem am Boden liegenden Hopper übel gegen den Kopf – eine Unsportlichkeit, die nichts anderes als den Platzverweis verdient gehabt hätte. Lavanchy wurde mit Verdacht auf Jochbeinbruch mit dem Krankenwagen zur Untersuchung ins Spital gebracht.

Wer die Seuche hat, der hat die Seuche. Am Samstag gehts für GC gegen Lugano.