Es passierte im ersten Lauf des Finals beim vierten Trick. Der 30-jährige Zürcher, Olympiasieger 2014 in Sotschi, wurde von einer starken Windböe aus der Halfpipe getrieben. Iouri Podladtchikov landete mit den Füssen ausserhalb der Pipe, daraufhin schlug er mit dem Oberkörper hart auf. Podladtchikov versuchte noch aufzustehen, musste aber mit dem Rettungsschlitten abtransportiert werden.

Iouri Podladtchikov stürzt bei seinem Comeback schwer

Podladtchikov zog sich genau die gleichen Verletzungen zu wie am 28. Januar 2018 in Aspen: Nasenbeinbruch, Gehirnerschütterung, ausserdem Prellungen an der Hüfte und der linken Schulter. Für weitere Untersuchungen kehrt I-Pod umgehend in die Schweiz zurück.

Zum dritten Mal innerhalb von 21 Monaten stürzte Iouri Podladtchikov schwer. Vor dem Unfall an den X-Games verletzte er sich Ende März 2017 in der Sierra Nevada. Der Kreuzbandriss stellte schon damals die Olympiavorbereitung in Frage. Doch Podladtchikov kämpfte sich bravourös zurück: Am 20. Januar 2018, einen Monat vor dem Olympia-Event, feierte er in Laax den letzten Weltcupsieg. In China startete Podladtchikov seither erstmals wieder im Weltcup.

Podladtchikovs Verletzung überschattete den ersten Weltcupsieg des 24-jährigen Jan Scherrer vom Skiclub Davos. Scherrer hatte schon am Mittwoch in der Qualifikation die Bestnote erreicht. Gewonnen hatte der Ostschweizer zuvor nur im Europacup, zuletzt im März 2018 in Laax. Im Weltcup schaffte es Scherrer zum dritten Mal aufs Podest, wobei die ersten beiden Topklassierungen vier und sieben Jahre zurückliegen. "Mein Ziel war das Podest", so Scherrer. "Bereits im Training gelangen mir Tricks wie noch nie. Da wusste ich, wie viel drin liegen kann, wenn ich meinen Run stehe."

Scherrer, Neunter im Februar an den Winterspielen von Pyeongchang, bewies mentale Stärke. Denn Iouri Podladtchikov startete und stürzte unmittelbar vor Scherrers erstem Finaldurchgang. Das sei keine einfache Situation gewesen. "Ich musste versuchen, wegzustecken, was Iouri (Podladtchikov) direkt vor mir passiert ist. Es gelang mir, alles auszublenden."

Bei den Frauen musste sich Verena Rohrer nur der Chinesin Xuetong Cai geschlagen geben. Für die 22-jährige Schwyzerin war es der erste Weltcup-Podestplatz der Karriere.