Sind die Rennen in Adelboden in Gefahr?

«Nein, denn ab Freitagmorgen soll sich das Wetter beruhigen und der Regen aufhören», sagt Hans Pieren. Der ehemalige Weltcup-Fahrer und FIS-Renndirektor ist seit 1994 Rennleiter in Adelboden und kann die Verhältnisse in seiner Heimatgemeinde so gut wie wohl kein anderer einschätzen.

Sturm Burglind, der Dauerregen heute und die anhaltend (zu) hohen Temperaturen fordern die Organisatoren. Wegen des Sturmtiefs mussten gestern die Vorbereitungsarbeiten für einige Stunden unterbrochen werden. In der Folge setzten der starke Regen und die Plustemperaturen der Piste am Chuenisbärgli zu. Dennoch ist Pieren überzeugt, «dass wir die Rennen werden durchführen können».

Wie viele Zuschauer werden im Berner Oberland erwartet?

«Die Tribüne im Ziel mit Platz für knapp 5000 Zuschauer ist ausverkauft. Wenn es wie im letzten Jahr über die zwei Renntage 40'000 Zuschauer sein werden, dann müssen wir zufrieden sein», sagt Peter Willen. Der langjährige OK-Präsident (seit 1995) verspricht trotz der schwierigen Wetterbedingungen der letzten Tage, «dass in Adelboden zwei weltcupwürdige Rennen stattfinden werden. Umso mehr, da vor allem der Samstag bezüglich Wetter sehr stabil aussieht.»

Stets stimmungsvoll: Die Tribüne im Zielkessel von Adelboden.

Stets stimmungsvoll: Die Tribüne im Zielkessel von Adelboden.

Was lief letztes Jahr in Adelboden?

Im Riesenslalom gelangte zunächst Alexis Pinturault zu seinem ersten Triumph am Chuenisbärgli. Der Franzose gewann mit vier Hundertsteln Vorsprung vor Marcel Hirscher. Im Slalom am Sonntag siegte der Norweger Henrik Kristoffersen mit 1,8 Sekunden Vorsprung vor Manfred Mölgg. Hirscher wurde Dritter.

Pinturault (rechts) siegte im Vorjahr vor Hirscher, der heuer Topfavorit ist.

Pinturault (rechts) siegte im Vorjahr vor Hirscher, der heuer Topfavorit ist.

Wer ist 2018 Favorit?

Marcel Hirscher scheint trotz nicht idealer Saisonvorbereitung (wegen eines Knöchelbruchs) eine Stufe über Pinturault, Kristoffersen und Co. zu stehen. Der Österreicher avancierte bereits wieder zum Seriensieger. In Adelboden holte sich Hirscher schon fünf Siege, sieben weitere Male stand er seit 2010 auf dem Podest.

Was ist den Schweizern zuzutrauen?

2017 sorgte Daniel Yule als Slalom-Achter für die einzige Schweizer Top-10-Platzierung des Wochenendes. Heuer darf von der Swiss-Ski-Delegation, die im Riesenslalom zehn und im Slalom sieben Fahrer umfasst, definitiv mehr erwartet werden. Justin Murisier, in diesem Winter im Riesenslalom einmal Vierter (Alta Badia) und Fünfter (Beaver Creek), sowie das Slalom-Duo Luca Aerni (Zweiter in Madonna und Vierter in Levi) und Daniel Yule (jeweils Vierter in Madonna und Levi) sind in Form und damit die aussichtsreichsten Anwärter, um die Schweizer Durststrecke am Chuenisbärgli zu beenden. Seit zehn Jahren und dem Riesenslalom-Doppelsieg durch Marc Berthod und Daniel Albrecht blieben die Einheimischen ohne Podest.

Murisier ist das grösste Schweizer Versprechen im Riesenslalom.

Murisier ist das grösste Schweizer Versprechen im Riesenslalom.

Was sagt der Schweizer Cheftrainer?

Ausser im Super-G laufe es ganz okay, sagt Thomas Stauffer. Der Berner Oberländer nimmt die 15 Top-6-Rangierungen seit Saisonbeginn – das sind zu diesem Zeitpunkt mehr als in den drei vorherigen Jahren zusammen – erfreut zur Kenntnis. «Die Arbeit mit den Jungen beginnt langsam zu greifen», so Stauffer. Das lasse ihn auch für Adelboden hoffen.

Wie geht es nach Adelboden weiter?

Kommende Woche folgen die Rennen in Wengen, wo am Dienstag das erste Abfahrtstraining durchgeführt werden soll. Traditionell werden am Lauberhorn mit Kombination (Freitag), Abfahrt (Samstag) und Slalom (Sonntag) drei Rennen ausgetragen. Nach Wengen macht der Weltcup bis zu den Olympischen Spielen in Pyeongchang (9. bis 25. Februar) noch in Kitzbühel, Schladming, Garmisch und Stockholm Halt. 

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