Der 27-jährige Brite James Woods vergoldete sich an den Freestyle-Weltmeisterschaften in Utah seine bereits zuvor starke Bilanz an interkontinentalen Titelkämpfen. Silber hatte Woods im Slopestyle 2015 im norwegischen Voss gewonnen, vor zwei Jahren in der Sierra Nevada sicherte er sich Bronze. "Ich glaube nicht, dass ich hier den besten Lauf meines Lebens gezeigt habe. Aber ich habe für die Verhältnisse hier sicher eine ansprechende Leistung erbracht", sagte Woods, der als erster Brite in einer Freestyle-Disziplin Gold gewinnen konnte.

Woods siegte vor Birk Ruud aus Norwegen und Nicholas Goepper aus den USA, in einem Wettkampf, der auch für viele Athleten zur Grenzerfahrung wurde. Die Schweizer spielten bei der Windlotterie im Kampf um die Medaillen eine untergeordnete Rolle. Der 20-Jährige Colin Wili wurde Sechster, sein vier Jahre älterer Teamkollege Jonas Hunziker beendete den Wettkampf im 8. Rang. "Ich bin sehr zufrieden mit meinem Resultat, bei diesen schwierigen Verhältnissen. Alles was zählt ist, dass ich ohne Verletzung unten angekommen bin", analysierte Wili sein Ergebnis.

Als im Zielraum nach vielen Unterbrüchen und grosser Verspätung die britische Hymne ertönte, und die Top-6-Athleten an der Medaillenzeremonie in die Kameras strahlten, dürften insbesondere auch die Organisatoren aufgeatmet haben. Einerseits, da in Woods in einem teils unwürdigen Finalwettkampf dennoch ein würdiger Sieger gefunden worden war. Andererseits, da der Wettkampf ohne schwerere Stürze zu Ende ging.

Denn, dass die Organisatoren die Männer trotz widriger Wetterbedingungen in den Slopestyle-Park geschickt hatten, war nicht überall auf Gegenliebe gestossen. "Der Kurs ist so gebaut, dass du eigentlich absolut perfekte Bedingungen brauchst", sagte Jonas Hunziker im Interview mit dem Schweizer Fernsehen SRF. Der Wind blies von Fahrer zu Fahrer unterschiedlich stark und aus verschiedenen Richtungen und sorgte so für viele Laufabbrüche. Bereits in der Qualifikation der grossen Windlotterie zu Opfer gefallen waren unter anderen auch Big-Air-Weltmeister Fabian Bösch und Kim Gubser.

Wettkampf der Frauen gestrichen

Grosse Enttäuschung herrscht bei bei Mathilde Gremaud und Sarah Höfflin. Die beiden Titelanwärterinnen müssen ihre Ambitionen im Slopestyle unverschuldet begraben. Aufgrund der schlechten Bedingungen in und um Park City verzichteten die Organisatoren auf die Durchführung des Slopestyle-Wettkampfes der Frauen. Der Grossteil der Athletinnen und Teamcaptains hatte für die Verlegung des Wettkampfs auf Freitag plädiert.

Für Gremaud, die Olympia-Zweite von Pyeongchang, und Höfflin, die in Südkorea vor ihrer Teamkollegin den Titel im Slopestyle gewinnen konnte, ist die Absage doppelt bitter: Beide waren im Big Air vom Sonntag unter den Erwartungen geblieben und neben dem Podest gelandet. Entsprechend gross war die Motivation bei den beiden Schweizerinnen im Hinblick auf die Slopestyle-Titelvergabe.