Der Exploit von Fähndrich kommt etwas überraschend. Zwar hatte sie vor zehn Tagen bei der WM-Hauptprobe in der gleichen Disziplin in Cogne als Zweite ihren ersten Podestplatz im Weltcup erreicht, doch da fehlten einige der Topathletinnen. Vor allem aber hatte sie letzte Woche noch unter einer Magenverstimmung gelitten und war - im Gegensatz zur Siegerin Johaug und der Zweiten Karlsson - am Sonntag noch den Teamsprint gelaufen.

Nadine Fähndrich startete verhalten und lag nach 1,7 km nur auf dem 23. Platz, machte dann aber Rang um Rang gut. Bei der letzten Zwischenzeit 3,3 km vor Schluss war sie bereits auf Position 8 nach vorne gestossen und machte bis ins Ziel noch einmal drei Plätze gut. «Ich hatte Topmaterial», lobte die 23-jährige Luzernerin die Serviceleute. «Die Verhältnisse waren nicht einfach.»

Schneller Ski in der Fläche

Sie hatte bei den Aufstiegen ein bisschen Mühe und stieg jeweils ausserhalb der Spur nach oben. Dafür lief der Ski in den Abfahrten und in der Fläche hervorragend. «Ich wusste nicht so, wie es laufen würde», gab Fähndrich zu. «Aber physisch spürte ich keine Probleme mehr.» Es sei nicht nur gut, sondern «sehr gut» gelaufen, meinte sie lachend,

Unter den Augen der beiden Könige, Harald von Norwegen und Carl Gustav von Schweden, gab es das erwartete skandinavische Duell. Ebenso wenig überraschend hiess die Siegerin Therese Johaug. Der 30-jährige Blondschopf ist seit seiner Rückkehr von einer 18-monatigen Dopingsperre wegen einer verbotenen Lippencrème in Distanzrennen ungeschlagen und holte bereits ihren 9. WM-Titel, den sechsten in einem Einzelwettbewerb und den zweiten in Seefeld nach dem Skiathlon.

Rückstand aufs Podest gross

Johaug lief die Konkurrenz diesmal aber nicht in Grund und Boden. Bei der letzten Zwischenzeit betrug die Differenz der als Letzte der Topgruppe gestarteten Norwegerin zur Schwedin Frida Karlsson weniger als fünf Sekunden. Erst am Ende erhöhte Johaug den Abstand auf die 19-jährige Doppel-Juniorenweltmeisterin auf stattlichere 12,2 Sekunden. Karlsson lieferte aber eine eindrückliche Bestätigung ihres riesigen Potenzials ab.

Bronze sicherte sich mit Ingvild Flugstad Östberg eine weitere Norwegerin. Sie setzte sich knapp vor der Finnin Krista Pärmäkoski durch. Der Abstand von Fähndrich, die kurz vor Nilsson als zwischenzeitlich Führende ins Ziel gekommen war, auf das Podest war mit knapp einer halben Minute relativ deutlich.

Erfolgreichste WM-Teilnehmer

1. Marit Björgen (LL/Norwegen/2003-2017) 18 5 3
2. Jelena Wälbe (LL/UdSSR/Russland/1989-1997) 14 3 0
3. Petter Northug (LL/Norwegen/2007-2015) 13 3 0
4. Larissa Lasutina (LL/UdSSR/Russland/1989-2001) 11 3 2
5. Björn Dählie (LL/Norwegen/1991-1999) 9 5 3
6. Galina Kulakowa (LL/UdSSR/1968-1982) 9 4 4
7. Therese Johaug (Norwegen/seit 2007) 9 1 3
8. Sixten Jernberg (LL/Schweden/1954-1964) 8 3 4
9. Alewtina Koltschina (LL/UdSSR/1956-1968) 8 2 3
10. Thomas Morgenstern (SP/Österreich/2005-2013) 8 2 1
11. Raissa Smetanina (LL/UdSSR/1985-1991) 7 5 3
12. Eric Frenzel (NK/Deutschland/seit 2007) 7 5 2

LL=Skilanglauf, SP=Skispringen, NK=Nordische Kombination