Sie haben gesehen, wie Bösch nur mit einer Hand aussen an einer Rolltreppe hängt und sich ganz entspannt nach oben ziehen lässt. Das Video verbreitete sich im Netz rasend schnell. «Das hätte ich nicht erwartet», sagt Bösch und kann sich den Hype trotzdem erklären. «Sobald ein Video von einem grossen, internationalen Online-Portal ausgestrahlt wird, wollen es alle zeigen.»

Es geht um Klicks. Das ist nicht nur für Online-Portale die digitale Währung. Die Sponsoren der Athleten schauen immer mehr darauf. Gerade im Freestyle-Bereich, der ein junges Publikum anspricht. «Die eigene Reichweite auf den sozialen Netzwerken ist wichtig», sagt Bösch.

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«Die Klickzahlen meines Videos sind explodiert.» Alleine auf seinem Instagram-Account haben es über 600 000 Menschen gesehen. Die Anzahl seiner Follower hat sich schlagartig verdoppelt. Hinzu kommen sämtliche Zweitausstrahlungen auf anderen Kanälen. Bösch wurde in 23 Sekunden berühmt.

Das Risikomanagement

US-Skistar Lindsey Vonn hat das Video ebenfalls gesehen und auf Twitter geteilt. Damit erreichte es über ihren Kanal mehr als 900 000 Personen. Die 33-Jährige schreibt: «Ich will diesen Typen unbedingt finden und dieses Rolltreppen-Ding ebenfalls probieren.»

Bösch lacht. «Noch hat sie sich nicht bei mir gemeldet. Aber ich würde sie sehr gerne treffen und es ihr auf jeden Fall beibringen.»

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Aber war die Aktion so kurz vor dem Saisonhighlight, Bösch will in der Nacht auf Sonntag im Slopestyle starten, nicht gefährlich oder sogar fahrlässig? «Wir Freestyler bekommen ein gutes Gefühl für solche Dinge. Ich nenne es Risikomanagement», sagt Bösch. Später am gestrigen Abend zeigt sich, dass ganz andere Gefahren den Olympia-Start gefährden können. Solche, die Bösch nur bedingt kontrollieren kann.

Zurück zum Video und dem Umgang mit der Gefahr. Das von Bösch skizierte Risikomanagement braucht es auch auf der Piste. «Man würde niemals sofort den schwierigsten Trick versuchen. Man tastet sich heran. Eine Drehung, dann zwei und so weiter. Und erst wenn man überzeugt ist, dass es gut kommt, probiert man es.»

Leider keine Rolltreppen-Benutzer aufgetaucht

Auch für das Video hat er geübt. Zwar ist die Idee spontan entstanden, als er und seine Teamkollegen darauf warteten, bis die Zimmer im Hotel bezugsbereit waren. Trotzdem hat er sich herangetastet.

Erst fuhr er eine kurze Strecke mit zwei Händen, dann eine längere und dann bis oben. Schliesslich wiederholte er es mit einer Hand. Die wahre Geduldsprobe folgte aber erst noch. «Wir wollten möglichst viele Menschen auf dem Video, die auf der Treppe fahren und komisch nach unten schauen, wenn ich da hänge», erzählt Fabian Bösch. Nur war nach über 15 Minuten noch kein Rolltreppen-Benutzer aufgetaucht. «Immerhin ist irgendwann eine Person gekommen.» Zur Berühmtheit hat es ihm auch mit dieser Version gereicht.

Berühmt dank Lindsey Vonn 

Im Slopestyle fährt Bösch mit den Ski durch einen Art Hindernisparcours. In Südkorea ist er so vielfältig gestaltet wie noch nie. «Es öffnen sich viele neue Möglichkeiten für Tricks. Es ist wie ein riesiger Spielplatz, den man erkunden will», sagt Bösch.

Diesen Spieltrieb hat er auch abseits der Piste. Die Welt ist sein Kinderparadies. Das Rollentreppen-Video ist nicht das erste seiner Art. Nur hat sich zuvor keines viral verbreitet. «Es braucht auch Glück, dass es die richtige Person sieht und verbreitet», sagt Bösch. Wenn es Lindsey Vonn teilt, kennt es fast die ganze Welt.