Es gibt diese Momente, in denen man aufgrund grosser Glücksgefühle alles um sich herum zu vergessen scheint. Pat Burgener hatte einen solchen Moment, als er seinen zweiten Run ins Ziel gebracht hatte. Der 24-Jährige aus Crans-Montana öffnete den Verschluss an seinem Helm und warf diesen im hohen Bogen weg. Dass er den Kopfschutz für seinen finalen Run nochmals brauchen würde, war ihm in diesem Moment offenbar egal. Der passionierte Musiker war sich sicher, dass dieser Run genügte, um auch wieder im Snowboard für die grossen Töne zu sorgen.

Die Jury belohnte Burgeners zweiten Lauf mit 91,25 Punkten, was letztlich zu WM-Bronze reichte. Einzig der australische Überflieger und Saison-Dominator Scotty James und das japanische Talent Yuto Totsuka klassierten sich vor dem Schweizer. James, der in dieser Saison im Weltcup noch ungeschlagen ist und auch an den X-Games in Aspen Halfpipe-Gold gewann, zeigte in seinem dritten Run einmal mehr einen Traumlauf. 97,50 Punkte erhielt der Australier von der Jury für seinen makellosen Auftritt.

Scherrer knapp an Traumlauf vorbei

Burgener blieb zwar klar hinter James zurück, durfte sich aber darüber freuen, dass die Jury seine Leistung ebenfalls ästimierte. Zuletzt an den X-Games hatte sich der Walliser mit der Notenvergabe der Punktrichter nicht anfreunden können und reiste frustriert vom Buttermilk Mountain ab. In der Musik fand Burgener in den letzten Jahren ein Ventil, solche Frusterlebnisse zu verarbeiten. «Ich habe letzte Nacht wirklich scheisse geschlafen», sagte Burgener. Darum habe er sich nicht wirklich Hoffnungen gemacht.

Mit Jan Scherrer verpasste ein zweiter Schweizer ein Topergebnis im 9. Rang deutlich. Allerdings fehlte beim 24-Jährigen wenig, und er hätte Teamkollege Burgener den Podestplatz wohl streitig gemacht. Scherrer war im zweiten Run auf dem Weg einen echten Traumlauf in den Schnee zu zaubern, nur um beim letzten Sprung doch noch zu stürzen. «Es ist gut, dass es immerhin bei einem Teamkollegen funktioniert hat. Darum ist die Enttäuschung schnell wieder vergessen», sagte Scherrer.

Rohrer zufriedene Sechste

Bei den Frauen ging der Titel erwartungsgemäss an die US-Amerikanerin Chloe Kim. Die Olympiasiegerin siegte vor der chinesischen Doppel-Weltmeisterin Xuetong Cai. Verena Rohrer beendete ihren WM-Auftritt als Sechste. Die Schwyzerin zeigte sich mit ihrem Bestergebnis an einer WM überaus zufrieden: «Ich habe erstmals in einem Wettkampf einen 'Backside 900' gezeigt und sogleich gestanden», erklärte 22-Jährige gegenüber dem Schweizer Fernsehen SRF.

Pechvogel Iouri Podladtchikov musste nach einem Trainingssturz unmittelbar vor dem Final Forfait geben. Der Zürcher war beim Versuch seinen Yolo-Flip zu zeigen, hart auf der eisigen Unterlage aufgeschlagen und verletzte sich an der Wade des linken Beins.