«Das erste Spiel war ein Pflichtsieg», kommentiert Sportchef Daniel Bühlmann das 3:0 gegen Aufsteiger Uni Bern. Schwieriger war die Aufgabe keine 24 Stunden später. Gegner Luzern hatte am Vortag überraschend gegen Titelverteidiger Amriswil triumphiert.

Nach einem 25:27 im ersten Satz steigerten sich die Schönenwerder von Durchgang zu Durchgang und setzten sich schliesslich mit 3:1 durch.

Ziel ist Top 4

«Ein schöner Sieg gegen einen guten Gegner», so Bühlmann, der sich zufrieden zeigte über den vierten Tabellenrang nach zwölf Spielen: «Unser Ziel ist ein Platz in den Top 4 und dort sind wir im Moment auch.»

Der Rückstand auf das Spitzentrio beträgt indes bereits sieben Punkte. Dem Leader Näfels unterlagen die Niederämter mit 0:3, dem Tabellenzweiten Amriswil mit 1:3 und Lausanne sogar schon zweimal in dieser Saison (0:3 und 1:3).

«Wir sind auf dem Papier ein bisschen schwächer aufgestellt als diese drei Klubs», sagt Bühlmann, «sie zu schlagen ist aber jederzeit möglich. Dafür braucht es aber eine optimale Leistung von uns. In den bisherigen Spielen waren wir maximal während zweieinhalb Sätzen auf Augenhöhe, danach liessen wir jeweils nach.»

Gegen belgischen Spitzenreiter

In der NLA stehen die Niederämter erst kommende Woche wieder im Einsatz. Mit dem Europacup-Spiel wartet heute eine willkommene Abwechslung auf die Spieler. Als Dritter der letztjährigen NLA-Saison qualifizierte sich «Schöni» direkt für die Sechzehntelfinals des CEV Challenge Cup.

Dort treffen die Solothurner auf den belgischen Klub Par-ky Menen. «Ein starker Gegner», so Sportchef Bühlmann, der nicht mit einem Weiterkommen Schönenwerds rechnet. «Sie sind aktuell Tabellenführer in Belgien.»

Zum dritten Mal dabei

Die belgische Liga sei vom Niveau her vergleichbar mit Deutschland und Frankreich. Nur unwesentlich schwächer als die europäischen Top-Ligen von Italien, Polen und Russland.
Volley Schönenwerd ist dieses Jahr zum dritten Mal im Europacup dabei.

2013 eliminierten die Solothurner den zypriotischen Klub Karava, scheiterten danach im Achtelfinal an hotvolley Wien. Im Folgejahr unterlag «Schöni» den Griechen von Ethnikos Alexandroupoulis in der ersten Runde.

Bei ihrem dritten Auftritt auf europäischem Parkett werden die Schönenwerder erstmals in der Erlimatthalle in Däniken auflaufen. 2013 und 2014 trugen die Niederämter die Europacup-Heimspiele noch im Exil in Brugg und Windisch aus.

Die Skepsis ist vorhanden

«Wir erhielten eine Ausnahmegenehmigung für die Erlimatthalle», erklärt Daniel Bühlmann, «eine Hallensuche hätten wir jetzt nicht noch gebraucht.»

Der Sportchef steht dem Challenge Cup eher skeptisch gegenüber: «Für die Spieler, vor allem für die jüngeren, ist der Europacup sicher eine super Sache.» Die Teilnahme und die Ergebnisse seien ausserdem wichtig für das Schweizer Volleyball.

«Für den Staff ist es aber eine riesige Belastung», beleuchtet Bühlmann die Kehrseite der Medaille. «Der Europacup-Einsatz kostet sehr viel Geld und ist mit einem riesigen Aufwand verbunden.»

Finanziell lohnt es sich nicht

Die Regularien und Auflagen vonseiten des europäischen Volleyballverbands CEV seien enorm. Nicht einmal bei einem Weiterkommen lohnt sich die Teilnahme für den Verein finanziell. Ins Geld geht vor allem der Trip ans Rückspiel, welches am Mittwoch, 20. Dezember, in Menen über die Bühne geht.

Mit welchen sportlichen Aussichten die Schönenwerder ihre Reise nach Belgien antreten werden, stellt sich heute Abend im ersten Aufeinandertreffen heraus. Das Spiel in der Erlimatthalle in Däniken beginnt um 19 Uhr.