Rund um die Festtage erlebte der EHC Olten eine Berg- und Talfahrt par excellence. Hier die schmerzlichen Heimniederlagen gegen Ajoie und Martigny, dort die überragenden Siege gegen die Ticino Rockets sowie Leader La Chaux-de-Fonds.

Gegen Langenthal zeigte der EHC Olten, wie so oft gegen die ärgsten Rivalen, wiederum das kämpferische Gesicht. Belohnt wurden die Powermäuse dafür nur bedingt: In der Verlängerung gelang Stefan Tschannen, der vor dem Spiel als SCL-Rekordspieler geehrt wurde, das dritte SCL-Überzahltor des Abends. Während die Oberaargauer alle Tore im Powerplay schossen, gelang dem EHCO in Überzahl wenig.

Dass der EHCO einen Punkt aus Langenthal entführen konnte, liegt nicht zuletzt an den beiden Torhütern. Auf der einen Seite war EHCO-Schlussmann Matthias Mischler einmal mehr mit 41 abgewehrten Schüssen der Fels in der Brandung.

Andererseits misslang SCL-Goalie Marco Mathis, der seit Ende November verletzungsbedingt kein Spiel mehr bestritt, sein Comeback gehörig.

Erst liess er einen flachen Rückhandschuss von Justin Feser passieren (22.). Und im Schlussdrittel versuchte er inmitten einer abermaligen Langenthaler Druckphase das Spiel schnell zu machen. Mäder fing den Pass ab, dessen Schuss lenkte Ueli Huber vor dem Tor stehend zur 2:1-Führung (48.) ab.

Schnyder mit Verdacht auf Handgelenkbruch

Und Debütant Jiri Polansky? Ihm glückte im ersten Spiel kein Skorerpunkt, war jedoch bei den Dreitannenstädtern omnipräsent.

Der Mittelstürmer überzeugte insbesondere mit der Scheibe am Stock und einem ausgezeichneten Auge. Selbst aus besten Abschlusspositionen suchte er noch den überraschenden Pass auf den Mitspieler.

Stand der neuverpflichtete Tscheche auf dem Eis, flankiert von Philipp Wüst und Marco Truttmann, agierte der EHCO vor allem in der Offensive. Trotz gelungenem Einstand gibt sich der Tscheche erstaunlich selbstkritisch: «Ich glaube, die Fans haben gesehen, dass ich über einen Monat kein Spiel mehr bestritten habe. Ich muss noch besser werden», bilanzierte Polansky nach dem Spiel. «Aber ich kam immer besser ins Spiel, nachdem ich kleine Details, wie etwa das Bullyspiel, umgestellt hatte. Schade, dass unser Powerplay nicht gut genug war.»

Und was blieb ihm für einen ersten Eindruck des NLB-Eishockeys in der Schweiz? Polansky: "Es war ein Derby, das von der physischen Härte und dem Tempo gelebt hat. Und ihr habt eiskalte Hallen", sagt der Tscheche lachend, der sich aus der Heimat ganz offensichtlich moderne Eishockeyarenen gewohnt ist.

Schliesslich zeigte sich auch Polanskys Linienpartner Philipp Wüst beeindruckt: «Er ist unglaublich stark an der Scheibe. Wir haben einige Chancen kreiert. Ich denke, das hat schon sehr gut harmoniert. Trotz allem tut die Niederlage weh, es wäre mehr dringelegen», sagt er.

Spannend dürfte im Hinblick auf das Sonntagsspiel gegen Winterthur sein, wer auf den Ausländerpositionen aufgestellt wird. In der Defensive wird die Personaldecke besonders eng, weil am Freitagabend Simon Schnyder ab der 12. Minute mit Verdacht auf einen Bruch des Handgelenks verletzt ausfiel.

Der EHCO-Verteidiger wurde nach einer tief gespielten Scheibe der Oberaargauer mit einem mehr als strafwürdigen Check in der Defensive niedergestreckt. Gut möglich, dass deshalb Verteidiger Curtis Gedig wieder zum Einsatz kommt.

Doch für wen? Sowohl Jiri Polansky wie auch Justin Feser haben im Schoren zu Langenthal überzeugt.

Das Spiel zum Nachlesen im Liveticker von Dominik Holzherr: