Das Resultat stand für Simon Ammann nach seinem letzten Olympia-Auftritt nicht mehr im Mittelpunkt. "Ich weiss gar nicht, ob ich jetzt meine Sprünge überhaupt analysieren will", sagte er. "Ich will jetzt meiner Frau und meinem Team danken, einfach allen, die es mir erlaubt haben, nochmals an Olympia teilzunehmen. Ich durfte diesen Traum haben, dass nochmals etwas Wunderbares passieren kann."

Ammann wollte seine Möglichkeiten ein weiteres Mal ausreizen, doch im entscheidenden Moment passte nicht alles zusammen. Er war nicht an sein Optimum herangekommen. Nach Umgang eins trommelte er sich mit der Faust dreimal auf die Brust, in der Regel ein Ausdruck der Zufriedenheit. Diesmal war es wohl mehr ein Zeichen, um sich anzufeuern.

Trotz der Gedanken, dass dies seine letzten Sprünge bei Olympia sein werden, bekundete er keine Mühe, den Wettkampf-Modus zu finden. "Gerade im 2. Durchgang war ich voll konzentriert. Ich bin noch nicht in der Goodbye-Stimmung. Aber der Abschied wird mir hier schon noch bewusst werden", gestand er ein.

Pyeongchang war trotz der Ränge 11 und 13 eine Art Versöhnung mit Sotschi. In Russland hatte der Schweizer Tüftler einen möglichen weiteren Coup aus der Hand gegeben. In Südkorea hingegen war ihm von Beginn an klar, dass nur "ein Triple-X-Tag" helfen kann.

Mehr als ein Abschied von Olympia waren die letzten Sprünge in Pyeongchang allerdings nicht. Der Schweizer liess sich zwar in Sachen Zukunftspläne nicht in die Karten blicken. Gleichwohl: Das abrupte Ende seiner grandiosen Karriere wird Pyeongchang nicht markieren. "Ich freue mich noch auf ein paar schöne Sprünge. Soweit kann ich sicher planen", sagte er. Er dürfte also zumindest bis zum traditionellen Abschluss auf der Flugschanze in Planica Ende März weitermachen.