Es hätte ja durchaus die eine oder andere Frage gegeben. Ob es denn jetzt ein Fortschritt ist, dass Novak Djokovic die Viertelfinals der French Open erreicht hat. Ob es weitergeht mit Marian Vajda, dem Trainer, der bei allen zwölf Grand-Slam-Turnieren an seiner Seite war und der nun wieder da war, zumindest bis zum Ende der Sandsaison. Und wie es nun weitergeht mit ihm, der vor zwei Jahren als Titelhalter bei allen vier Major-Turnieren aus Paris abgereist war. Doch er hatte keine Lust.

Keine Lust, sich den Fragen zu stellen. Keine Lust, das im grössten Interviewraum zu tun. Ja, Novak Djokovic, einer der erfolgreichsten Spieler der Geschichte, er entzog sich dem üblichen Prozedere.

Stattdessen warf er mit seinem Auftritt nach der Viersatzniederlage gegen den Überaschungsmann Marco Cecchinato (25, ATP 72), den Italiener, der zuvor noch nie ein Spiel bei einem Grand-Slam-Turnier gewonnen hatte, nur noch weitere Fragen auf. Einmal mehr machte er ratlos.

Djokovic lässt Wimbledon-Teilnahme offen

Er wisse noch nicht, ob er auf Rasen antrete, sagte er. Auf der Unterlage, auf der er vor knapp einem Jahr in Eastbourne seinen 68. Titel im Einzel gewonnen hatte, den bisher letzten. Viel befremdlicher: Schon wenige Minuten nach der Niederlage tauchte Djokovic im Medienraum auf.

Er, der sonst so gerne redet, der sonst fast schon professoral wirkt, bediente sich platter Phrasen: Zu viele Fehler gemacht, der Gegner hat es verdient, harte Niederlage. Kurz: Jede Menge Blabla.

«Ich kann euch keine Antworten liefern. Ich weiss nicht, was ich sagen soll. Ich bin sprachlos», sagte er dann doch noch. Und sonst? Bediente er sich der Rhetorik, die er seit zwei Jahren bemüht.

Das klingt dann so: «Es gibt viele schwierige Dinge im Leben.» Können Sie das ausformulieren? «Nein, das kann ich nicht.» Ist das ihre härteste Niederlage? «Nein.» Wie geht es nun weiter? «Weiss ich nicht. Ich denke jetzt nur an Tennis.» Er wollte nichts sagen, und das sagte einiges über ihn.

Einfach nur angepisst

Zehn Minuten dauerte der Spuk, auch gegenüber der serbischen Presse, der er sonst besonders zugetan ist, blieb er distanziert und wortkarg. Zu behaupten, Djokovic sei enttäuscht, oder einfach nur lustlos, wäre eine glatte Untertreibung.

Novak Djokovic war einfach nur eines: Angepisst. Und dass er das war, daraus machte er auch keinen Hehl. Er hatte im letzten Jahr viele harte Niederlagen einstecken müssen. Doch diese – diese schmerzt ihn offensichtlich trotzdem ganz besonders.