Als Federer am Ende des ersten Satzes das Shirt wechselt, quittieren die Fans den durchtrainierten Oberkörper des 36-Jährigen mit anerkennenden Pfiffen. Und als er einen völlig unerwarteten Stoppball spielt, geht ein Raunen durch den komplett vollen Centre Court. Die Zuschauer sind dankbar für ein wenig Unterhaltung, denn Spannung bot die Partie keine.

Im ersten Satz musste Federer zwar bis zum siebten Game warten, ehe ihm das erste Break gelang. Im zweiten Durchgang schaffte er dies zum 3:2 und im dritten Satz gleich zum Auftakt. Bei eigenem Service blieb Federer völlig ungefährdet.

Er schlug 16 Asse und liess keinen einzigen Breakball zu. Allerdings war der Slowake trotz seines kürzlichen Finaleinzugs in Eastbourne auch zu limitiert, spielerisch und läuferisch, um für Federer einen echten Test abzugeben.

«Ich bereite mich immer auf eine schwierige Partie vor», versicherte Federer. «Ich nehme Kleider für ein 11:9 im fünften Satz mit.» Gegen Lacko brauchte er aber nichts dergleichen. Vom 4:3 im ersten Satz bis zum 3:1 im dritten gewann er bei eigenem Aufschlag sagenhafte 35 (!) Punkte in Folge.

Angesichts dieser Überlegenheit gab er zu, dass im Match einmal der Punkt kommt, wo er selber das Gefühl hat, nicht mehr verlieren zu können. «Ich merkte, dass eigentlich nichts passieren konnte. Aber da ist es wichtig, die Konzentration zu behalten. Dabei hilft mir meine Erfahrung.»

Nachdem er im letzten Jahr das Turnier ohne Satzverlust für sich entschieden hatte, ist er nun in Wimbledon bei 34 gewonnenen Sätzen in Folge angelangt. Neun Partien hintereinander hat der Schweizer in drei Sets gewonnen, es fehlt noch ein Sieg, um seinen Rekord aus den Jahren 2005 und 2006 zu egalisieren.

In der 3. Runde trifft Federer am Freitag auf den Deutschen Jan-Lennard Struff (ATP 64), der den Aufschlagriesen Ivo Karlovic 13:11 im fünften Satz niederrang. Beide bisherige Duelle mit Struff gewann der Schweizer ohne Satzverlust, zuletzt im Januar auf dem Weg zum Sieg am Australian Open.