Roger Federer (36) hat die Chance, mit einem Halbfinal-Einzug beim ATP-500-Turnier in Rotterdam, Holland, die Spitze der Weltrangliste zu übernehmen. Erstmals seit dem 4. November 2012. Auch deswegen hat er sich nach seinem 20. Grand-Slam-Titel bei den Australian Open kurzfristig für eine Teilnahme bei dem Turnier entschieden, das er 2005 und 2014 gewonnen hat. Am Sonntag traf Federer in Rotterdam ein und trainierte bereits ein erstes Mal. Danach sprach er über die Perspektive, Andre Agassi als älteste Nummer 1 der Geschichte abzulösen.

Roger Federer ist zurück in Rotterdam

«Ich bin mit meinem ganzen Herzen hier und werde alles dafür tun. Deswegen bin ich hier», sagt der Baselbieter. Er trifft am Mittwoch in der Startrunde auf den Belgier Ruben Bemelmans (30, ATP 116). Gegner in den Achtelfinals ist entweder der Deutsche Philipp Kohlschreiber (34, ATP 36), oder der Russe Karen Kachanov (21, ATP 48). Wie es das Schicksal will, könnte Federer in den Viertelfinals, dem Spiel, das darüber entscheidet, ob er am Montag Rafael Nadal von der Spitze der Weltrangliste verdrängt, auf Landsmann Stan Wawrinka (32, ATP 13) treffen.

Hier spielt Roger in Rotterdam ein

Federer sagt: «Ich wäre gerne in dieser Position, egal gegen wen. Wenn ich an die Spitze zurückkehre, will ich nicht, dass es einfach wird. Es wäre eine unglaubliche Leistung. Darum bin ich auch aufgeregt, dass ich Stan in meiner Tableau-Hälfte habe.» Wawrinka ist sich bewusst, dass er sich am Freitag in der Rolle des Spielverderbers wiederfinden könnte. Gedanken daran lässt er nicht zu: «Für Roger wäre das eine unglaubliche Sache. Für mich zählt jetzt aber nur die erste Runde. Ich bin auf dem richtigen Weg, aber weit von meiner Topform entfernt.»

Mit 36 Jahren und 195 Tagen wäre Federer Mitte Februar die mit Abstand älteste Nummer 1 der Tennis-Geschichte. Bisher hält der Amerikaner Andre Agassi diesen Rekord. Er führte die Weltrangliste ab dem 11. Mai 2003 im Alter von 33 Jahren und 13 Tagen noch einmal für 14 Wochen an. Federer führte das Ranking in seiner Karriere insgesamt während 302 Wochen an; keiner war länger an der Spitze. 

Selbst dann, wenn Federer in Rotterdam nicht reüssieren sollte, hat der Baselbieter gute Chancen, im Februar noch einmal an die Spitze vorzustossen. Sollte Nadal, der in Melbourne wegen einer Verletzung am Hüftbeuger in den Viertelfinals aufgeben musste, in Acapulco nicht antreten, oder vor den Halbfinals scheitern, würde Federer kampflos die Nummer 1. Noch offen ist, ob Federer parallel in Dubai antritt. Mit der Zusage für Rotterdam dürften die Chancen darauf hingegen gesunken sein.