Roger Federer geht mit dem japanischen Ausrüster Uniqlo den lukrativsten Deal seiner Karriere ein. Dem Vernehmen nach bringt ihm dieser in der nächsten Dekade gegen 300 Millionen Franken. Es geht dabei aber nicht nur um Geld.

Federer ist bekannt dafür, Verträge abzuschliessen, bei denen auch seine Projekte wie die Stiftung, die Kindern in Afrika Zugang zu Bildung verschafft, und der Laver Cup berücksichtigt werden. Welche Vision er mit Uniqlo verfolgt, ist noch nicht bekannt. Beide Seiten gaben aber das Bekenntnis ab, «die Welt zu einem besseren Platz machen zu wollen».

Schöne Worte, denen Taten folgen müssen. Denn Uniqlo passt mit dem Image als Billigmarke nicht in das Portfolio, das auf den Eckpfeilern Eleganz, Stil und Klasse fusste. Wegen der Kleidervorschriften stellt sich die Frage in Wimbledon noch nicht, wie Federer sich künftig präsentieren wird. Aber man kann sich ihn auch künftig kaum als wandelnde Litfasssäule vorstellen.

Doch weil Federer sein Portfolio zuletzt stärker umgebaut hat, fragen sich viele, wofür er eigentlich steht: für Autos? Für Pasta? Für Flatrates? Für Champagner? Für Kaffeemaschinen? Ärgerlich ist auch, dass Zahlen an die Öffentlichkeit gelangt sind, die als obszön betrachtet werden können.

Dass Federer viel Geld verdient, ist weder neu noch verwerflich. Doch die Summen sind auch Wasser auf die Mühlen jener, die ihm Gier unterstellen. Sie interessiert nicht, dass Federer sich als Philantrop verdient gemacht hat. Auch darum wäre es besser, wenn der Deal mit Uniqlo vorläufig der letzte in dieser Grössenordnung war.