Einfach wird die Aufgabe heute (15.00 Uhr Schweizer Zeit) aber nicht. Denn Kerber ist nach einem enttäuschenden 2017 wieder auf dem Niveau, das sie vor zwei Jahren zum Sieg am Australian und US Open sowie an die Spitze der Weltrangliste brachte. Im Wimbledonfinal von 2016 unterlag sie aber nach starker Gegenwehr Serena Williams. Nun will die 30-jährige Linkshänderin Revanche. Sie wäre die erste Deutsche seit Steffi Graf 1996, die am wichtigsten Turnier des Jahres triumphiert.

Sie glaubt, von der Erfahrung vor zwei Jahren profitieren zu können. "Ich weiss, dass ich das Potenzial habe, solche Dinger zu gewinnen", sagt Kerber. "Damals wusste ich nicht, was auf mich zukommt. Jetzt weiss ich, wie es sich anfühlt." Sie hat sich wie Williams im Lauf der zwei Wochen gesteigert und auf dem Weg in den Final nur einen Satz abgegeben.

Die Aufgabe wird für die Norddeutsche mit polnischen Wurzeln dennoch gigantisch schwer. Wenn es um die siebenfache Wimbledonsiegerin Williams geht, geht es fast immer um Rekorde. Diesmal kann sie mit ihrem 24. Titel bei einem Grand Slam den Allzeit-Rekord der Australierin Margaret Court egalisieren. Dieser Erfolg wäre sogar noch spezieller als sonst. Es wäre ihr erster Titel als Mutter, bei ihrem erst vierten Turnier nach der Rückkehr. Unabhängig vom Finalresultat verdient Williams' Leistung höchsten Respekt.

Als liebevolle Mutter erzählt die 36-Jährige, wie sie ein schlechtes Gewissen hat, wenn sie ihre zehn Monate alte Tochter zu lang allein lässt. Den Ehrgeiz ist beim Superstar aber kein bisschen kleiner geworden. Im Halbfinal machte die Amerikanerin gegen Julia Görges ihren 20. Wimbledon-Sieg in Serie perfekt.

Prominente Unterstützung für Williams

Und Williams kann sich auf prominente Unterstützung in der Royal Box freuen. Mit Meghan Markle, der Frau von Prinz Harry, ist sie seit Jahren befreundet und war im Mai auch Gast bei der Hochzeit. Wie der Kensington Palace via Twitter bestätigte, wird Markle den Final gemeinsam mit Kate, der Frau des britischen Prinzen William, besuchen.