Wawrinka musste für seinen Sieg nicht allzu viel tun. Der 33-jährige Waadtländer lag gegen den Letten Ernests Gulbis (ATP 86) mit einem Satz im Rückstand (3:6) , als sich dieser am Rücken verletzte. Beim Stand von 3:1 für Wawrinka im zweiten Satz musste Gulbis dann das Handtuch geworfen. Nun stehen erstmals seit dem US Open 2010 (Roger Federer, Marco Chiudinelli und Wawrinka) wieder einmal drei Schweizer Männer in der 2. Runde eines Grand-Slam-Turniers.

Die Aufgabe kam für Wawrinka durchaus gelegen, denn er hatte nicht seinen besten Tag erwischt. Er musste sich im ersten Satz vom stark aufspielenden Gulbis klar dominieren lassen und liess sich gleich zweimal den Aufschlag abnehmen. Dafür weiss der Champion von 2014 auch nach der 1. Runde noch immer nicht genau, wo er steht.

"So will man nicht gewinnen", versicherte Wawrinka danach. Er meinte damit einerseits, dass man seinem Gegner natürlich keine Verletzung wünscht. Aber auch, dass er "idealerweise mehr spielen und gewinnen" wollte. Ein Sieg war jedoch alles andere als klar, denn Gulbis war der bessere Spieler. Wawrinka wird sich also steigern müssen, wenn nicht in der 2. Runde Schluss sein soll.

Einfacher wird es nicht. Sein Gegner in der 2. Runde ist der als Nummer 16 gesetzte Kanadier Milos Raonic, der den Lokalmatadoren Nick Kyrgios souverän in drei Sätzen ausschaltete. Der aufschlagstarke Kanadier hat die letzten zwei Duelle gegen Wawrinka, am Australian Open 2016 und am US Open 2018, gewonnen. Der echte Test folgt also noch.