Die Dänen erteilten Frankreich im Halbfinal in Hamburg eine Lektion und siegten 38:30, Norwegen bezwang Deutschland 31:25.

Frankreich hätte mit dem dritten WM-Titelgewinn in Serie Geschichte schreiben können, gelang dies doch bei den Männern im Handball noch keinem Team. Stattdessen erlebte die "Equipe tricolore" einen Alptraum. Die Dänen spielten in der Offensive lange Zeit nahezu perfekt und liessen dem sechsfachen Weltmeister, der in den ersten acht WM-Spielen durchschnittlich 23,5 Gegentore kassiert hatte, nicht den Hauch einer Chance.

Zur Pause führten die Skandinavier dank 21 Toren in 26 Angriffen bereits 21:15. Zu Beginn der zweiten Halbzeit setzten sie ihren Lauf zunächst fort und bauten die Führung bis zur 44. Minute auf 30:20 aus. Erst nach dem 32:22 (46.) - nach elf Toren in zwölf Angriffen - liessen die Dänen etwas nach, was sie sich jedoch leisten konnten. Näher als bis auf sechs Tore kamen die Franzosen nicht mehr heran.

Überragender Spieler des Olympiasiegers war Aufbauer Mikkel Hansen mit zwölf Toren, elf davon erzielte er in den ersten 40 Minuten. Es war eine Augenweide dem Welthandballer von 2011 und 2015 mit den wehenden Haaren zuzuschauen, der auch mit genialen Pässen brillierte. Hansen totalisiert nun an dieser WM 65 Tore und wird das Turnier als bester Werfer beenden.

Bei den Franzosen zeichneten Kentin Mahé (8) und der erst 21-jährige Melvyn Richardson (6) für beinahe die Hälfte der Tore verantwortlich. Kein Faktor war der nachnominierte Superstar Nikola Karabatic, der nur in der zweiten Hälfte während gut elf Minuten in der Verteidigung zum Einsatz kam. Das Turnier kam für ihn nach einer Fussoperation im Oktober zu früh.

Im zweiten Halbfinal endete für die Deutschen der Traum von einem weiteren Wintermärchen, nachdem sie an der letzten Heim-WM im Jahr 2007 Weltmeister geworden waren. Die Norweger, die schon vor zwei Jahren im WM-Final gestanden hatten, bewahrten im Hexenkessel in Hamburg kühlen Kopf, insbesondere die Aufbauer Magnus Röd (7) und Sander Sagosen (6) sowie Kreisläufer Bjarte Myrhol (6), die zusammen 19 Tore erzielten. Die Skandinavier gingen nach dem 9:9 mit 11:9 (23.) zum zweiten Mal mit zwei Treffern in Führung und lagen fortan stets vorne. Das lag auch daran, dass die Deutschen nicht mehr ganz an die vorangegangenen Leistungen anknüpfen konnte, insbesondere in der Verteidigung.

Damit ist klar, dass es einen neuen Weltmeister geben wird. Die Dänen, die mit dem beeindruckenden Sieg gegen Frankreich die makellose Bilanz an diesem Turnier wahrten, haben ihre bisherigen drei WM-Finals allesamt verloren, und auch Norwegen unterlag 2017 im Endspiel. Die beiden Teams trafen schon in der Vorrunde aufeinander, damals gewannen die leicht favorisierten Dänen 30:26. Dem Co-Gastgeber bietet sich die Möglichkeit, die Lücke im Palmarès nach dem Olympiasieg 2016 und den EM-Titeln 2008 und 2012 zu schliessen.