71'579 Stimmberechtigte sagten Nein zum 100-Millionen-Kredit, 61'019 legten ein Ja in die Urne. Damit lag der Nein-Stimmenanteil bei 53,98 Prozent.

Einzig im Oberwallis fand der Kredit mit einem Ja-Stimmenanteil von 51 Prozent Zustimmung, wobei der Hauptort Brig mit 57 Prozent ebenfalls Nein sagte. Die Kantonshauptstadt Sitten verwarf die Kostenbeteiligung mit 60,9 Prozent. Auch Zermatt (54 Prozent), Siders (57 Prozent) und Martigny (61 Prozent) sagten Nein zur finanziellen Unterstützung.

Im Unterwallis war die Ablehnung mit 57 Prozent am stärksten, aber auch das Mittelwallis wollte mit einem Nein-Stimmenanteil von 51 Prozent nichts von Olympischen Winterspielen "Sion 2026" wissen. Die Stimmbeteiligung betrug 62,6 Prozent. Der Nein-Trend hatte sich in den Umfragen bereits abgezeichnet.

Wallis als Herzstück der Bewerbung

Die Olympia-Promotoren hatten vor der Abstimmung betont, dass ein Nein im Wallis zugleich das Ende der Schweizer Kandidatur für 2026 bedeuten würde. Zum Olympia-Projekt "Sion 2026" gehören neben dem Wallis auch die Kantone Freiburg, Bern, Waadt und Graubünden.

"Das Wallis ist das Herzstück unserer Bewerbung, und wenn das Herz nicht schlägt, lässt sich nichts Erfolgreiches mehr auf die Beine stellen", sagte Jürg Stahl, der Präsident des Kandidaturkomitees, vor der kantonalen Abstimmung.

Der Vize-Präsident des Vereins für eine Schweizer Olympia-Kandidatur, der Walliser Staatsrat Frédéric Favre, meinte: "Nach den beiden Absagen im Kanton Graubünden und solchen im Ausland wussten wir um die Grösse der Herausforderung. Die einzigen verlorenen Kämpfe sind die, die nicht ausgefochten werden."

Das Kandidaturkomitee wird in den kommenden Tagen das Mandat zur Organisation von Olympischen und Paralympischen Spielen in der Schweiz an Swiss Olympic zurückgeben und die notwendigen Vorbereitungen zur Auflösung treffen.

Nein zu Sion 2026: Enttäuschung bei Befürworter

Nein zu Sion 2026: Enttäuschung bei Befürworter

Die Schweizer Olympia-Kandidatur "Sion 2026" ist gescheitert. Bei der Abstimmung im Wallis sprachen sich am Sonntag 54 Prozent der Stimmberechtigten gegen eine finanzielle Unterstützung bis zum Höchstbetrag von 100 Millionen Franken aus.

"Es ist uns leider nicht gelungen, eine Mehrheit des Walliser Stimmvolks von der Nachhaltigkeit und den Chancen von 'Sion 2026' zu überzeugen", erklärte Stahl. "Wir sind aber Sportler und akzeptieren diese Niederlage."

Kein Pyeongchang-Effekt

Zu einem Meinungsumschwung im Wallis konnte auch eine Nachricht vom Debriefing der Olympischen Winterspiele von Pyeongchang nicht mehr beitragen. In Peking wurde vor wenigen Tagen konstatiert, dass die Spiele vom letzten Februar statt mit einem Defizit mit einem Reingewinn in Millionenhöhe abgerechnet werden.

Thomas Bach, der Präsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), stellte erfreut fest, dass die "Agenda 2020" bereits Früchte trägt. Mit dieser neuen Agenda erleichtert das IOC die Vergabe und die Durchführung von Olympischen Spielen. Sie lag auch dem Kandidatur-Dossier "Sion 2026" zugrunde.

Mit einem entsprechenden Statement kommentierte das IOC das negative Ergebnis. Die Informationen über die Kosten seien veraltet. Dies sei die grösste Sorge jener Bürger, die mit Nein gestimmt hätten. "Die jüngsten fundamentalen Reformen, die das IOC durchgeführt hat, haben leider keine Berücksichtigung gefunden."

Vielversprechende Ideen

"In den vergangenen Monaten haben wir viel Goodwill für den Schweizer Sport erfahren", betonte Stahl, der seit 2016 auch Präsident von Swiss Olympic ist. In verschiedenen Gremien seien vielversprechende Ideen entstanden. "In den kommenden Monaten werden wir nun mit unseren Partnern prüfen, welche Ideen wir gleichwohl zu Gunsten des Schweizer Sports umsetzen können." Zudem werde Swiss Olympic zusammen mit dem Kandidaturkomitee genau erörtern, wieso die Argumente für "Sion 2026" im Wallis keine Mehrheit fanden.

Im Rennen um die Austragung der Spiele in acht Jahren haben sechs andere Länder Interesse bekundet: Italien mit Turin/Mailand/Cortina d'Ampezzo, Österreich mit Graz und Schladming, Schweden mit Stockholm, die Türkei mit Erzurum, Kanada mit Calgary und Japan mit Sapporo.

Vergeben werden die Winterspiele vom IOC im Herbst 2019 in Mailand. Bislang fanden zweimal Olympische Winterspiele in der Schweiz statt: Vor 90 und 70 Jahren jeweils in St. Moritz.