Der gebürtige Jurassier gewann im Sattel des Wallachs Alamo das Jagdspringen, die erste Prüfung des mit 1,3 Millionen Euro dotierten Championats.

Guerdat legte mit dem Tagessieg den Grundstein zum dritten Triumph beim Weltcup-Final, dem Höhepunkt im Winterhalbjahr. Der 36-Jährige wollte den Teilerfolg nicht überbewerten. "Am ersten Tag kann man das Championat nur verlieren, aber nicht gewinnen", betonte er.

Der WM-Dritte von Tryon 2018 hatte für Göteborg dem Wallach Alamo den Vorzug gegenüber der Stute Bianca gegeben. Das mit einer grossen Galoppade ausgestattete Pferd enttäuschte seinen Reiter nicht. Die beiden harmonierten perfekt und hatten im Parcours, der für ein Jagdspringen mächtige Hindernisse präsentierte, kaum knifflige Situationen zu meistern. In der Endabrechnung fing das Paar den Belgier Pieter Devos mit Apart um 3 Hundertstel ab.

Auch Martin Fuchs liegt gut im Rennen. Der junge Zürcher kam mit dem Schimmel Clooney ebenfalls ohne Fehler durch und belegt den 5. Zwischenrang. "Über Hindernisse von 160 Zentimeter schnell zu reiten, ist immer schwierig", sagte er. Er habe die richtige Mischung gefunden "und den idealen ersten Tag erwischt".

Wer zu offensiv ritt, musste mit einem Fehler rechnen. Der Deutsche Daniel Deusser beispielsweise kam anderthalb Sekunden schneller als Guerdat über die 13 Hindernisse und 16 Sprünge. Ein Abwurf, der mit 3 Sekunden bestraft wurde, warf ihn in den 8. Rang zurück. Auch die Titelverteidigerin Beezie Maden schlug mit Breitling ein wohl zu forsches Tempo an. Die Amerikanerin belegt nach einem Abwurf Zwischenplatz 10.

Am Ende der Rangliste figuriert Beat Mändli. Der im Winterhalbjahr in den USA lebende Schweizer riskierte mit Dsarie zu viel und wurde hart bestraft. Nach einer zu engen Wendung verweigerte sein Pferd den Sprung, das Paar musste nach dem Sturz den Umgang abbrechen.

Der beste Springreiter aus dem Jagdspringen und der Prüfung vom Freitag - gemessen an den Klassierungen - startet am Sonntag mit null Zählern. Die Strafpunkte der Konkurrenten werden aus ihren Platzierungen errechnet. Gewänne beispielsweise am Freitagabend Devos vor Guerdat, würden beide am Sonntag mit null Strafpunkten in die Endausmarchung starten.

Guerdat will in der nunmehr 41-jährigen Geschichte des Weltcup-Finals als fünfter Reiter oder Reiterin nach 2015 und 2016 einen dritten Titel holen. Bereits geschafft haben dies der Österreicher Hugo Simon, der Brasilianer Rodrigo Pessoa, der Deutsche Marcus Ehning und Meredith Michaels-Beerbaum, eine deutsch-amerikanische Springreiterin.